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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Berlin
Date
1911-05-01
Page
284 (sequence 6)
Language
German
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284 Im deutschen Reich. Wilhelm st r. 114 finden Berlins Antisemiten ihr neues Heim, nahe der Mündung der Puttkamerstraße. Und so sehr die alten Räume manchen ans Herz gewachsen sind, einen oft beklagten Mangel werden die neuen beseitigen. Zwei Vereins zimm er und ein ziemlich geräumiger Saal bieten dort Gelegenheit 51t Festlichkeiten und Beratungen, die nicht Störungen erleiden." — Vor der 148. Abteilung des Berliner Schösfengerichts kam unter Vorsitz des Amtsrichters Krey um 8. April eine Privatklage des Verlegers des Berliner Tageblatts, Rudolf Mosse, gegen den verantwortlichen Redakteur der Brüh n scheu Zeitschrift „Wahrheit", Alfred Leupold zur Verhandlung. Der Privatkläger suhlte sich durch zwei Artikel der „Wahrheit" beleidigt, deren erster die Ueberschrift „Anonyme /Schmähbriese gegen Rudolf Mosse" trug. Das Urteil lautete aus 400 M. Geldstrafe und die üblichen Nebenstrafen. Die Artikel enthielten, so führte der Vorsitzende u. a. aus, unzweifelhaft sehr schwere Beleidigungen, die ausgestellten Behauptungen seien durchaus widerlegt. Der § 193 könne dem Angeklagten nicht zugebilligt werden, da er berechtigte Interessen offenbar gar nicht habe wahrnehmen wollen. Rees a. Nh., 4. Apri. Ein in der Essener „Westdeutschen Wochenschau" veröffentlichter Artikel von Joses Laufs „Als ich wiederkam" war von niederrheinischen Israeliten als antisemitisch betrachtet und dem Dichter verargt worden. Dem Vorstand des hiesigen jüdischen Literaturvereins, der davon Herrn Joseph Laufs Kenntnis gab, wurde darauf nachstehende Antwort erteilt: „Für Ihr liebenswürdiges Schreiben und die anerkennenden Worte herzlichen Dank! Bei dieser Gelegenheit nröchte ich aus meinen Artikel: „Als ich wiederkam" Hinweisen. Von vielen Seiten, besonders aus den Kreisen niederrheinischer Israeliten heraus, wurde ich mißverstanden. Meine Werke sollten eigentlich ein solches Mißtrauensvotum ausschließen. Habe ich doch zur Genüge dargetan, daß ich Ihrer Glaubensgenossen nur in ehrender Weise gedachte. Mein dichterisches Streben geht dahin, alle Menschenrechte gleich zu bewerten und gleich zu verfechten.

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