Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 281 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 281 dasselbe durchzulesen und zwar mit der Absicht, sich in seiner Feindschaft gegen I e s um zu befestige n." Spater heißt es dann: „Als er das Buch durchgelesen hatte, fand er sich in nicht geringer, peinlicher Verlegenheit und war auch zugleich erstaunt, daß er nicht fähig gewesen Ware, etwas zu finden, wa sch" einen Haß g e g e n I e s u m hätte vermehren könne n." Solche Herabwürdigung und Verkennung der Juden muß man niedriger hängen. Wir können uns nicht denken, daß der Verfasser dieses Artikels das wirklich glauben sollte, was er über die Juden in ihrer Stellung zu Christus schreibt. Leider beweist die recht unerfreuliche häufige Lektüre der Missionsblätter uns das eine, daß sie einem großen Teil der Mitarbeiter nur dazu dienen, das Judentum zu verhöhnen und zu verdächtigen. L. H. — Wie manche Missionare sich nicht eutblöden, die in Notlage befindlichen arbeitslosen jungen jüdischen Männer zum Abfall zu verleiten, Zeigt das nachstehende Inserat, das sich in der Nr. 192 des Berliner Tageblatts vom 14. April vorfindet: „Israelitische junge Leute finden Rat und wenn möglich Arbeit in Hamburg, Eim s - b ütt el er str. 31, 10—12 Uhr vormittags. Ausländer müssen Paß und Arbeitsbuch haben." — Einer der bekanntesten Missionare, Herr Pastor Arnold Frank, der Herausgeber des Missionsblattes „Zionssreund", wohnt in Hamburg, Eimsbüttelerstr. 31, und dort „erhält er das Getriebe durch Hunger und durch Liebe!" Meist dürften es arme jüdische Jünglinge aus Rußland, Rumänien oder Galizien sein, die ihm ihre religiöse Ueberzeugung für ein Bettelbrot verkaufen. Hoffentlich werden aber unsere Glaubensgenossen in Hamburg sich der Unglücklichen annehmen, die nur aus Not der Versuchung unterliegen, in die Schlingen eines Seelenkäufers zu fallen. Schafft man diesen Armen Arbeit und Verdienst, daun werden sie gern aus die Glückseligkeit verzichten, die ihnen Herr Frank bieten kann. — Die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" veröffentlichte einen von dem Generalarzt z. D. Dr. Körting in Berlin an ihren Herausgeber gerichteten offenen Brief, in dem die Gründe für die Vakanzen im Sanitätsoffizierkorps auf Grund langjähriger Erfahrungen ausführ-