Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 280 (sequence 2)
- Language
- German
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280 Im deutschen Reich. disches Wesen liegt dem Germanen freilich im Blute, und die wirtschaftliche Uebermacht der Juden ist so groß geworden, daß sie jener Abneigung immer neue Nahrung gibt. Aber die Religion zu einer nationalen Angelegenheit machen und als Kampfmittel gegen das moderne Judentum die Religion der vorchri st l i ch e n Deutsch e n w i e d e r eins ü h ren z u wollen, wie das ein g x o ß e r u n d organisierter Kreis konservativ-agrarischer M ä n n e r allen E r n st e s erstrebt, ist eine U t o P i e. Kein Volk, auch das deutsche nicht, kann vom Christentum zurückkehren zu seinen alten Göttersagen. Es ist auch nicht wahr, daß das Christentum eine semitische Nationalreligiou sei, ungeeignet für ein „Herrenvolk" wie das deutsche. Ganz willkürlich ist auch die Annahme, das deutsche Volk könne sich der jüdischen Bevormundung in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung erwehren, wenn es dem aus dem Volke Israel hervorgegangenen Jesus Christus die Gefolgschaft verweigere. Ist doch gerade der irreligiöse Teil der Juden der Feind, der uns bedroht: seine materialistische Weltauffassung, die nach Macht und Genuß drängt und unserer ganzen Idealwelt, auch unserm Glauben, den Krieg ansagt. Man sehe nur, wie die vom eigenen Glauben ab gefallenen Juden allen Abfall in den christlichen Kirchen eifrig fördern und unter ihren Schuh nehmen. G l ü u b i g e I u d e n t n n das nicht." — Diese Erkenntnis kommt bei der „Kreuz- Zeitung" etwas spät; vielen ihrer Anhänger, die mit den Töchtern „abgefallener Juden" einen Bund fürs Leben eingegangen sind, wird sie nicht willkommen sein. — Pastor Arnold Frank in Hamburg gibt eine Missionszeitschrift „Z i o n s s r e u n d" heraus. In Nummer 3 vom März 1911 des „Zionsfreundes" befindet sich ein denn „M i s s i o n s b l a tt" entnommener Aufsatz „D i e Wir k u n g des neuen Testaments auf einen Juden." Dort wird geschildert, wie ein armer Leipziger Student eine Reise zu einem Freunde machen wollte und, da er kein Geld hatte, seine hebräische Bibel und sein griechisches Neues Testament bei einem Juden versetzte. Dann heißt es wörtlich weiter: „Obgleich nun der Jude das Buch gering schätzte, ward er doch bewogen, dem Studenten einen halben Reichstaler zu leihen. Während der Abwesenheit des Studenten entschloß er sich,