Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 272 (sequence 8)
- Language
- German
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272 Im deutschen Reich. äußerst scharf über diese Kampfesweise geäußert itnb dabei auf eine von der „Kölnischen Zeitung" veröffentlichte, den „Deutsch-sozialen Blättern" entnommene Blutenlese von widerlichen persönlichen Anwürfen gegen die Nationalliberalen bezogen. Das „Leipziger Tageblatt" sagte von diesen. Anwürfen, daß sie ein geradezu ekelerregendes, niedriges Niveau der Polemik der Antisemiten gegen die Nationalliberalen erkennen lassen, und fügte hinzu: „Wir glaubell unsere Leser mit einer Wiedergabe dieser antisemitischen Flegeleien verschonen zu sollen, behalten uns jedoch vor, daraus einiges mitzuteilen, sobald von rechtsstehenden Politikern den Nationalliberalen Vorwürfe wegen scharfer sachlicher Polemik gemacht werden sollten." An einer anderen Stelle hat dasselbe Blatt aber ailch darauf verwiesen, daß die konservative „Kreuzzeitung" nicht lninder gegen „den guten Ton in der Politik" sündigt und . derart in die Kerbe der radikalen Anlisemitenblätter schlägt, daß sie von der „zunehmenden Berjud u n g des N a t i o n a l l i b e r a l i s m u s B a s s e r m a n n - scher Richtung" spricht. Die Hintermänner des Junkerblattes machen keinen Hehl daraus, daß sie alle Hebel in Bewegung setzen wollen, die Wiederwahl dieses nationalliberalen Abgeordneten zu hintertreiben, dessen Anhänger die jüngste Ersatzwahl als eine Entgleisung des Liberalismus betrachten und diesen Fehler gut machen wollen. Wie weit diese Gesinnung in der nationalliberalen Partei verbreitet ist, entzieht sich zwar der Beurteilung; immerhin ist es bemerkenswert, daß die „Nationalliberalen Blätter" erklärten: „Der:: schwarz-blauen Block wird das Mandat hoffentlich nur bis zu den allgemeinen Wahlen verbleiben. Denn daran zweifeln wir nicht, daß der durch seine Spaltung ausgefallene Liberalismus die richtige Lehre zieht und nun geschlossen vormarschiert." Die Verständigungen, die in dieser Hinsicht vielfach Hoffnungen erweckten, sind nicht zu unterschätzen. Das getrennte Vorgehen mit all den unerfreulichen Erscheinungen des Streitens um Schuld oder Nichtschuld lähmte die Stoßkraft der Liberalen während des Wahlkampfes. Geeint wird es ihnen gelingen, ihre Kandidaten in die Stichwahl zu bringen, um so dem Antisemitismus die wohlverdiente Niederlage zu bereiten. Daß den Abgeordneten