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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 271

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-05-01
Page
271 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Umschau. 271 der antisemitischen Kandidaten anzugehen. Mit Recht hat die „Voss. Ztg." darauf aufmerksam gemacht, daß in diesem Geldaufruf mit der Parole: „Unter allen Umstünden gegen die hebräischen Kandidaten; wir greifen nicht die Parteizugehörigkeit, sondern nur die Stellung zum Judentum" an, auch die Empfehlung solcher Kandidaten enthalten sei,, deren Bekämpfung die antifemitische Partei bisher angeblich als ihre oberste Aufgabe betrachtete. Eine solche Grundsatzlosigkeit ist ebenso echt antisemitisch, wie das Talent zur Verdrehung des Sachverhalts. Die Antisemiten, die täglich im wirtschaftlichen wie im politischen Wettbewerb die Religion zum Aushängeschild, zur bloßen Reklame mißbrauchen, um die Juden nicht nur zur entrechten, sondern auch auszuhungern, .erdreisten sich, uns den Vorwurf zu machen, daß wir „die R e l i g i o n m i t P o l i L i k v e r g u i cf c n!" Empfehlen wir denn „hebräische" Kandidaten? Wir haben auch mit keiner Silbe für irgendeine politische Traktion Partei ergriffen, sondern nur vor antisemitischen Kandidaten gewarnt, vor jenen Politikern, die nach einem Worte Arndts nichts anderes sind als „Knechte, die uns zu .Knechten machen wollen!" Mit blankem Schild und reinen Waffen bekämpfen wir eine Schar, die beständig das Judentum und die Juden verleumdet und über das, was uns heilig ist, schnöde Lügen in Wort und Schrift systematisch verbreitet. Dabei bekunden wir weder Wut noch Haß; wir jubeln nicht, wenn wir Notwehr geübt und im Rechtswege für eine abscheuliche Beschimpfung unserer Religion die Verurteilung eines antisemitischen Redakteurs erstritten haben, und es läßt uns ganz gleichgültig, wenn eine kurze Gefängnisstrafe im Gnadenwege in Festungsstrafe um gewandelt wird. Inifer Kampf gilt der Sache, nicht der Person; wir rüsten nicht zürn Angriff, sondern zur Verteidigung unserer bedrohten Rechte! Aus unsere r Seite ist das Recht und die W a h r heitauf der gegnerischen: Religio ns- und Rassenhaß und höchstens die „Wahrheit" — Brüh ns! Die Kampfe&wctfe bex Antisemiten wird nicht nur von uns verurteilt, sondern selbst von christlichen Politikern, die der jüdischen Sache gleichgültig gegenüberstehen. So hat kürzlich das „Leipziger Tageblart" sich

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