Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 270 (sequence 6)
- Language
- German
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270 Im deutschen Reich. stellen, wagt es, andere Leute der Unwahrheit zu zeihen. Das Blatt tut so, als wenn wir auch nur mit einem Worte in unserm Wahlaufruf davon sprechen würden, daß das Geld des Bundes der Landwirte ausschließlich oder Zum großen Teil der deutsch-sozialen Partei zugute kommt Die Herren in der Redaktion der „Deutsch-Sozialen Blätter" scheinen nicht zu wissen, daß es außer ihrer Partei noch zwei andere antisemitische Parteien gibt, insbesondere ist es ihnen aber bisher unbekannt geblieben, daß der Bund der Landwirte als solcher antisemitisch ist und daß überall da, wo der Bund der Landwirte einen seiner Kandidaten in das Parlament bringt, damit ein Judenfeind zum Abgeordneten gemacht wird. Wenn die den „Deutsch-Sozialen Blättern" nahestehenden Herren die Möglichkeit haben werden, das Organ des Bundes der Landwirte, „Die Deutsche Tageszeitung" oder die „Mitteilungen des Bundes der Landwirte" zu lesen, so werden sie finden, daß im Schimpfen auf die Juden ihr Blatt von der Agrarpresse durchaus nicht in den Schatten gestellt wird. Darum ist die antisemitische Agitation und die Agitation des Bundes der Landwirte für uns großenteils gleichbedeutend. Vielleicht merken sich das die Deutsch-Sozialen Blatter und, da sie eine „echt jüdische .Kampfesweise" gewiß nicht lieben, werden sie in ihrer „teutschen Wahrhaftigkeit" gewiß so unständig sein und in ihrer nächsten Nummer berichtigen, daß der Herr Abgeordnete G o t h e i n niemals dem Judentum an gehört hat. Wenn sie das nicht tüten, so würde die Beurteilung ihrer Gesinnung für den anständig Denkenden wohl klar sein. Unser Wahlaufruf muß übrigens der „Staatsbürger- Zeitung" sehr gefallen haben, oder ihre Intelligenz muß sehr zufammLngeschruMpst sein. Sie hat kein Bedenken getragen, bei Juden eine Anleihe zu machen durch ein Wahlaufvufs=plagiat, das unfern Ausruf durch Veränderung einzelner Worte ins Gegenteil verwandelt, nämlich, sonst wörtlich nachgedruckt, dazu dienen soll, die „Staatsbürger deutschen Blutes" um Beiträge zum Wahlfonds