Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 267 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 267 sitzenden, Chef der Admiralität v. S L o s ch und den Geh. Kommerzienrat und Stadtrat M e y e r M agnus hatte. Bald nach Aufhebung der sehr kurzen Geschaftssitzung wandte sich der Kronprinz an Geheimrar Magnus mit der Frage, „wie er mit dem vergangenen Jahre zufrieden gewesen sei?" Der Angeredete entgegnete, daß angesichts der Seiner kaiserlichen Hoheit wohlbekannten Agitation das Jahr für ihn eines der trübsten seines langen Lebens gewesen sei. Wenn ihm und den unzähligen seiner Glaubensgenossen inmitten dieser traurigen Bewegung ein starker Trost geblieben wäre, so sei es die lebendige Erinnerung an den an dieser Stelle getanen Ausspruch des K r o n p r i n z e n, d a ß e r die Bewegung b e d a u r e und daß sie eine Schm a ch für unsere Zeit sei. Mit allem Nachdruck bemerkte hierauf der Kronprinz, daß er dieselbe Anschauung h e u t w i e damals hege, daß er die gedachten Bestrebungen aus das Entschiedenste mißbillige und verwerfe. Was sein Gefühl dabei am meisten verletze, sei die Hineintragung dieser Tendenzen in die Schule und die Hörsäle; in die Pflanzstätten des Edlen und Guten sei dieses böse Samenkorn hineingeworfen worden. Hoffentlich werde es nicht zur Reife gelangen. Er vermöge es nicht zu fassen, wie Männer, die auf geistiger Höhe stehen oder ihrem Berufe nach stehen sollten, sich hier zu Trägern und Hilfsmitteln einer in ihren Voraussetzungen und Zielen gleichmäßig verwerflichen Bewegung hergeben könnten. Der Kronprinz zog zur Erläuterung dieser Anschauungen eine Anzahl markanter Zwischenfälle der letzten Zeit herbei, wobei er auf die Geschichte der Agitation und ihrer einzelnen Phasen einging. Gelegentlich der Versa m m lung e n knüpfte de r K r o n p r i n z i n sfiejoubcre a n b i e in den „R e i ch s h a t l e n" st a t t - g e s u n d e n e n Worte der V e r u r t e t l u n g a n. Im weiteren Verlaufe der Unterredung fragte der Kronprinz, ob es wahr fei, daß viele jüdische Familien Berlin zu verlassen beabsichtigten. Herr Magnus entgegnete, daß ihm kein einziger derartiger Fall zur Kenntnis gekommen sei und er auch nicht daran glaube. Unter den Juden herrsche wohl eine leicht begreifliche und tiefgehende Erregung, aber keinerlei F u r ch t. Die f r ü h e r e n W orte des K r o n p r i n z e n,