Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 268 (sequence 4)
- Language
- German
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268 Im deutschen Reich. die „Erklärung" der Notablen, die Resolution der Berliner Wahlmänncr und allem voran die Antwort des Kaisers an die Stadtvertretungen von Berlin hätten mächtig d a - zu beigetragcn, die feindseligen Bestrebungen in ihren n ä ch st e n Wi r I un g e n a b z u s ch w ä ch en. Der 5kronprinz meinte hierauf auch, er gebe sich der sicheren Hoffnung hin, die Bewegung werde sich langsam im Sande verlieren, derartige ungesunde Dinge könnten keinen Bestand haben." Es ist angebracht, diesen Hergang auf's neue festzustellen gegenüber den Versuchen der Antisemiten, das ihnen äußerst unbequeme Wort des Kaisers Friedrichs, „die Schmach des Jahrhunderts", hinwegzudisputierern Um dem unermüdlichen Ansturm der ^futifemitcn gegenüber gewappnet zu sein, haben wir den Wahlaufruf verfaßt, durch dessen frühzeitige Veröffentlichung wir die Pflicht zu erfüllen glauben, unsrerseits dazu üeizutragen, daß bei den nächsten Reichstagswahlen die deutsche Volksvertretung ganz oder doch in der Hauptsache „antisemitenrein" werde. Dieses Streben ist nicht, wie die „Germania" behauptet, eine „Verquickung von Religion und Politik", sondern es ist eine unbedingte Wahrheit, wenn es in unserem Wahlaufruf heißt: „Uns liegt F r a k ti o n s p o l i t i k fern. Aber die Schmach, welche der Antisemitismus für unser Vaterland bedeutet, muß endlich getilgt werden, und hierzu bedarf es der energischen l! nter st ü tz u n g solcher 5k a ndi - d a t e n, welche g e g e n den A n tisemiten i in Wahlkampf stehen." Dazu bemerkt die „Germania": „Da es im Reichstage nur drei ausgesprochene Antisemiten gibt, die sich als Mitglieder der „Deutschen Reformpartei" bezeichnen, so erscheint der Aufwand, der hier mit der Bildung eines Wahlfonds zur Bekämpfung derselben gemacht wird, ^verhältnismäßig groß." Sie übersieht dabei, wissentlich oder unwissentlich, daß nicht nur die „Reformer", sondern auch die Deutsch-Sozialen und die Christlich-Sozialen Antisemiten sind und auch die meisten Agrarier in diesem Sinne im Parlament wirken. Aber auch wenn es nur gelänge, aus der Volksvertretung die zu entfernen, die sich offen als Judenfeinde bekennen, untre dies des