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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 251

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Die Juden und das Wirtschaftsleben
Date
1911-05-01
Page
251 (sequence 5)
Language
German
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Tie K\iibcn und bas Wirtstl'.astsleben. 251 3’cfjuiblu'iefc als „Jnhaberpapier" zu behandeln pflegten, mag liiir der ihnen beigelegten Tendenz nach „Versachlichung" der Verkehrsbeziehnngen Zusammenhängen, aber die Jach ab erklausel, welche die Uebertragung ermöglichte, ist weit älter. Jedenfalls haben die Inden „Handel mit Wertpapieren" getrieben, bereits ehe die Börsen entstanden sind, die dann im 10. Jahrhundert das vornehmste Organ des „Kapitalismus" wurden. Bedauerlich ist nur, daß die einschlägigen interessanten 'Ausführungen Sombarts au Wirkung verlieren durch das Bestreben, die Juden allzusehr in den Vordergrund ' zu schieben, wie überhaupt seine Vorliebe für das Paradoxe nur zu oft den Eindruck geistvoller Auseinandersetzungen abschwacht. Als ungemein wichtig und in der bisherigen Literatur geradezu beispiellos muß gleichwohl das Kapitel über „die Bedeutung der jüdischen Religion für das Wirtschaftsleben" bezeichnet werden. Von Einflüssen christlich-theologischer Polemik ist da wenig zu spüren. Sombart hat sich in die, durch Uebersetzungen zugänglichen Quellen vertieft, und was er zutage fördert, verdient gar sehr Beachtung; so vor allem der Nachweis, „daß schon im Talmud und noch deutlicher im Schulchan Aruch gewerbefreiheitliche und sreihändlerische Anschauungen vertreten werden, die dem gesamten christlichen Rechte des Mittelalters ganz und gar fremd waren", und ferner: „Wenn man die Zeit bedenkt, in per der Talmud entstanden ist (200 v. Ehr. bis 500 n. Ehr.), und gegen ihn alles das halt, was uns das Altertum und das Mittelalter an nationalökonomifchen Einsichten hinterlassen haben, so kommt man aus der Verwunderung gar nicht heraus. Sprechen doch viele der Rabbinen, als hätten sie mindestens Ricardo und Marx gelesen . . ." Gewiß ist auch in diesen Abschnitten nicht alles zutreffend. Die jüdischen und puritanischen Anschauungen decken sich wohl nicht so vollständig, wie Sombart annimmt. Nachdem aber Max Weber die Bedeutung der Puritaner in England und Amerika für die Entstehung des „Kapitalismus" dargelegt hatte, war es ein höchst glücklicher Gedanke, auf die Grundlage des Puritanismus, den Judaismus, zurückzugehen. Nur hätte sich Sombart dabei genügen lassen sollen. Nicht, wie er früher innittc, goldene und silberne Gefäße, welche die Inder:

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