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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 209

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-04-01
Page
209 (sequence 4)
Language
German
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Umschau. 209 dagegen sei nichts zu machen, als höchstens in Spezialsällen Remedur einireteu zu lassen, wenn es sich beweisen lasse, daß die Kommandeure und das Offizierkorps die verfassungsmäßigen oder auch vom Kaiser befohlenen Gesichtspunkte außer acht gelassen hätten. Er hätte schon, bevor er die Frage aufwarf: „Was ist dagegen zu tun?" und bevor ihm darauf von nationalliberaler Seite eine treffende Antwort erteilt wurde, nicht nur aus den Ausführungen der freisinnigen Volksvertreter Müller-Meiningen, G o L - Hein und K o p s ch, sondern auch ans den Aeußerungeu des Zentrumsführers Gröber, ja selbst aus den die jüdischen Kombattanten gegen die Verleumdungen Raabs in Schutz nehmenden Worten des sreikonservativen Abgeordneten v. O e r tz e n entnehmen können, daß s ehr v i e l z u t u n s e i, um mindestens „bewußte antisemitische Regungen" in dem Ofsizierskorps zu dämpfen. Keineswegs sind diese „im Volke vorhanden und färben auf die Armee ab", sondern sie sind umgekehrt nur in den um ihre Rechte besorgten Kasten vorhanden und könnten von dort aus zum größten Schaden für Fürst und Volk auf die Massen abfürbend wirken. Die „Voss. Ztg." schrieb: „Der Kriegsminister, der des Kaisers Willen Geltung zu verschaffen hat, weiß nicht, wie er das bewerkstelligen soll. Er weiß es nicht hinsichtlich der Offizierswahl. Diese Erklärung des Kriegsministers wird vielfach Kopfschütteln erregen. Sie ist zweischneidig. Wenn die Theorie von der Ohnmacht auf andere Gebiete der militärischen Tätigkeit übertragen würde, sie könnte verheerende und verhängnisvolle Wirkungen heraufbeschwören." Wenn auch die Annahme der Resolution der Fortschrittlichen Bolk'spartei, die doch nur die den Gesetzen entsprechende Forderung aufstellt, daß bei der Besetzung militärischer Stellen lediglich die Tüchtigkeit entscheiden soll, von dem schwarzblauen Block verhindert wurde, und wenn die Verhandlungen des Reichstages mit schalen Witzen des Antisemiten Raab zunächst einen traurigen Abschluß fanden, werden dennoch die Folgen der Auseinandersetzung weder für die .Konservativen noch für ihren antisemitischen Anhang erfreulich sein. Das Frankfurter Blatt sagt dazu: „Was das Verhalten des Kriegsministers betrifft, so wird die milde

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