Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Die Krankheiten der Juden
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316809-2344577--21424-2344645- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
204 Jrn deutschen Reich. auch zu der leichten Anpassungsmöglichkeit in allen Ländern und Klimaten der Erde. E b e n s o w e n i g lvie den Juden ein ererbter, angeborener Rassenschutz innewohnt, besitzen viele eine Disp o s i t i o n f ü r g e w i s s e K r a n k heit e n , die ihnen oft nachgesagt wirb, zumeist in der Absicht, um sie auch dadurch als eine besonders gekennzeichnete Rasse zu brandmarken: das häufigere Auftreten gewisser Krankheiten soll das untrügliche Zeichen körperlicher Degeneration fehl! Eine keltische Betrachtung der vorliegenden Statistiken läßt aber auch hier solche Schlußfolgerungen als gänzlich unberechtigt erscheinen. Es gibt keine Krankheiten, die den Juden eigentümlich oder charakteristisch sind. Wenn einige Krankheiten bei ihnen häufiger Vorkommen oder zu sein scheinen, so ist letzteres Folge einseitiger Statistiken, ersieres aus ganz andere Ursachen als Rassenanlage zurückzusühren. Was zunächst die Zuckerkrankheit anlangt, die in aller Welt als ein Entartungssymptom der jüdischen Rasse gilt, so beruhen die darauf bezüglichen Angaben auf den Mitteilungen hervorragender Professoren ans Großstädten, die von wohlhabenden Leuten von Nah und Fern konsultiertzu werden pflegen. Der im allgemeinen auf die Erhaltung . der Gesundheit bedachte Jude fürcbtet gerade diese Krankheit, welche, weil sie fast immer ohne erheblichere Beschwerden verläuft, sonst weniger beachtet wird. Vortragender hat in seiner eigenen Privatpraxis nach einer 14 jährigen Statistik allerdings auch etwa 10 Prozent mehr jüdische als christliche Diabetiker behandelt, aber auch diese Erfahrung ist nicht einwandsfrei, weil sich die Krankenklieutel nicht in einem den prozentualen Berhältnis der Bevölkerung entsprechenden Berhältnis zusammenseht. Unter den zuckerkranken Patienten der Poliklinik und der Kassenpraxis fanden sich nur sehr wenig Juden, weil diese eben meist den besser situierten Kreisen der Bevölkerung angehören. Unzweifelhaft nachweisbar ist die stärkere Beteiligung der Juden nur bei den 'Nerven- und Geisteskrankheiten und zwar sowohl bei den heilbaren Formen: Neurasthenie, Hysterie und Hypochondrie, als auch bei den Gehirnkranrheiten, welche die Irrenhäuser füllen. Zu den Insassen derselben stellten sie z. B. 1808—1900 dreimal soviel,