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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 203

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Die Krankheiten der Juden
Date
1911-04-01
Page
203 (sequence 3)
Language
German
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Die Krankheiten der Juden. 203 Keuchhusten und Diphtherie b-ei ihnen meist weniger Opfer fordern, weit selbst arme jüdische Kinder sich in dem Elternhause durchschnittlich guter Pflege zu erfreuen haben. Am auffälligsten ist die überaus g ü u st i g e Ziffer der Säuglingssterblichkeit bei den Juden. Sie ist darauf zurückzuführen, daß es weniger uneheliche jüdische Neugeborene gibt, die ja allenthalben das größte Kontingent zu der hohen Däuglingsmortalität stellen, und die Kinder im allgemeinen sorgfältigere Abwartung genießen, z. B. häufiger die naturgemäße Ernährung durch die Mutterbrust erhalten, An Lebensschwäche sterben mehr jüdische Neugeborene, aber weniger an Darmkatarrh, Lungenentzündung usw. Die geringere Säuglingssterblichkeit ist nicht etwa nur eine absolute wegen der niedrigeren Geburtenziffer -bei den Inden, die sich in den letzten Jahrzehnten and a u e r n d noch der m i n d e r t hat, anscheinend infolge ihrer in den Külturstaaten zunehmenden materiellen Wohlhabenheit, mit der auch bei Andersgläubigen überall eine Abnahme der Geburten einherzugehen pflegt. Bei den Juden tragen noch andere Momente Schuld an dieser Höchst bedenklichen Erscheinung! die Männer heiraten weniger und in späterem Atter. Die Christen haben eine reiche Vermehrung vornehmlich durch die Arbeiterschaft, die früh heiratet und viel Kinder hat. Dieser Mangel an eine r Arbeit e rschaft erk l ä r t za h l r eiche A b - w e i ch u n g e n der j ü d i s ch e n M o r t a l i t ä t s st a t i st i k v o n d e nt D it r ch s ch n i 11 d e r Gesa nt t st e rbli ch - keil. Ihr günstiger Stand wird, wie schon erwähnt, in erster Reihe durch die niedrige Säuglings- und Kindermortalität Erklärlich, in zweiter Linie aber durch die im allgemeinen längere Lebensdauer. So gab es, um von vielen Beispielen nur eines herauszugreifen, 1895 in Berlin 33 Prozent mehr jüdische Greise über 70 Jahre als christliche. Die Erreichung eines hohen Alters, welche auch von manchen orientalischen Völkerstümmen berichtet wird, ist keine rassenbiologische Eigenschaft, sondern nur die Folge maßvoller Lebensweise und besserer Ernährung, vielleicht bei den Juden auch dadurch bedingt, daß sie weniger in gefährlichen Berufen und Betrieben tätig sind. Ihre vorsichtige, von Extravaganzen meist freie Lebensweise, befähigt sie wohl

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