Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 202

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Die Krankheiten der Juden
Date
1911-04-01
Page
202 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316804-2316809-2344577--21422-2344643
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

202 Im deutschen Reich. Nerven- und GeistestätigkeiL und auf ihr Seelenleben nachteilig eingewirkt. Die Erscheinung zahlloser, in jeder Hinsicht einwandsfreier Juden in modernen Kulturstaaten beweist, daß all die den Juden n a ch g e s a g t e n s ch l e ch - t e n Eigenschaften und Krankheiten i h n e n nicht r a s s e n e i g e n t ü m l i dy sind, s o n d e r n nur erworben durch die auf u n g e z ä h l t e Generationen hindurch f o r t w i r k e n d e n u n günstigen 11 m st ände der ü u ß c r e n L e b e n s Verhältnisse. Nur solche vermögen .Krankheiten hervorzurufen, niemals aber irgendwelche natürliche, angeborene Rassenanlage. Wenn man früher geglaubt hat, daß es einen Rassenschutz gegen Krankheiten, besonders infektiöse gäbe, so hat neuere Wissenschaft die Haltlosigkeit all dieser oft nacherzählten Märchen erwiesen. So hat sich z. B. ergeben, daß die Neger von Malaria nur deshalb nicht befallen werden, weil bereits die Kinder in so umfangreichem Maße Von dieser Krankheit durchseucht werden, daß die Erwachsenen sich dagegen als immun erweisen wie bei uns gegen Masern und Scharlach. Auch die Syphilis hat die Neger nicht verschont, nachdem sie ihnen durch den Verkehr mit den Kulturvölkern zu getragen worden ist. Es gibt überhaupt keine R a s s e n i m m u n i t ä t! Wenn die Juden im Mittelalter von Pest, Aussatz und Cholera weit weniger betroffen wurden, als die Christen, so lag die Ursache darin, daß sie sich überall von dex infizierten Bevölkerung abschlossen. Von den Pocken andererseits wurden sie in neuerer Zeit vielfach weniger heimgesucht, weil sie sich der als segensreich empfohlenen Impfung nicht entzogen. Die Sterblichkeit an Tuberkulose ist hier und da tatsächlich bei den Inden geringer, aber nicht infolge eines natürlichen Schutzes, sondern weil sie meist in besseren hygienischen und materiellen Verhältnissen leben, welche gerade für die Bekämpfung dieser Krankheit von ausschlaggebender Bedeutung sind. Sie sind auch gewohnt, ärztliche Ratschläge sorgfältig zu beachten. Schließlich schützt ihn die A l k o h o l a b st inen z von der deletären Einwirkung dieser chronischen Infektion. Sonst aber sind die Juden den ansteckenden Krankheiten gegenüber nur günstiger gestellt int Kindes alter, wo Masern, Scharlach,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.