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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 196

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Wieder eine Erlösung des Judentums
Date
1911-04-01
Page
196 (sequence 8)
Language
German
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196 Im deutschen Reich. Lang vor der .christlichen Religion sich nicht schuldig wachen wird. : Diese Gesichtspunkte sind es, über die niemand, der es mit seinem Gewissen und mit der Wahrheit ernst nieint, hinwegkonnnen rann, und auch der vornehmste Befürworter der Kindertaufen unter den Juden in den letzten Jahren, Justizrat Weißler in Halle, hat in dem bekannten Aufsatz über die Erlösung des Judentums selbst darauf hingewiesen, daß man zwar Kinder Christen werden lassen solle, daß aber ihm selbst „das Wort in der Kehle erstürbe", wenn er an die Stelle käme „und an seinen eingeborenen Sohn/' Solange das alte Christentum die alten Formen beibehalte, könne er wohl sein sittliches Ideal bewundern, aber Christ könne er nicht werden.*) Dabei ist ganz besonders zu berücksichtigen, daß Weißler, der in seinem Aufsatz eine völlige Unkenntnis des Judentums verraten hat, mit „der Synagoge" auch nicht die allergeringste Gemeinsamkeit besitzt. Was übrigens Köhler sich unter der Synagoge vorstellt, insbesondere wie er die Behauptung, „die Synagoge sei die Grundlage der nationalen. Vereinigung der Juden", beweisen wolle, ist ganz unerfindlich. Es handelt sich hier um eine der Behauptungen, die man bei vielen, die stber das Judentum schreiben, ohne es zu kennen, findet. Diese Leute meinen vielfach, mit der Aeußerung gutklingender Sentiments habe man in jüdischen Dingen schon genug getan. Würde Herr Professor Köhler sich die Mühe nehmen, den Gottesdienst in einer der Berliner Synagogen einige Male zu besuchen und die Predigten zu hören, so würde er wohl einsehen, daß seine Kenntnis der jüdischen Einrichtungen nicht größer als die der protestantischen Lehre ist. Man wundert sich, daß gerade ein Jurist, der doch seiner ganzen Gedankenrichtung nach an die Beweismöglichkeit der von ihm aufgestellten Behauptungen immer denken muß, zu derartig irrigen Ausstellungen kommen kann. Man wird die Erscheinung aber damit erklären, daß eben leider die Meinungsäußerungen über das Judentum, wie man so vielfach beweisen kann, selbst bei gewissenhaften Schrist- *) Preußische Jahrbücher, Oktober 1900.

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