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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 197

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Wieder eine Erlösung des Judentums
Date
1911-04-01
Page
197 (sequence 9)
Language
German
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Wieder eine Erlösung des Judentums 197 stellern meist ohne die erforderliche Erkundigung und Prüfung abgegeben werden. Köhlers Verlangen wäre aber auch dann nicht begründet, wenn die Synagoge wirklich noch den nationalen Zusammenhalt der Juden vermitteln würde. Man kann die nationale Idee für das heutige Judentum durchaus ablehnen, man wird aber nicht verkennen dürfen, daß auch diejenigen, die sich zu einer jüdischen Nation bekennen, nicht durchaus schlechte Deutsche sein müssen. Auch darin liegt einer der vielen verhängnisvollen Jrrtümer, die in der Debatte so häufig wiederkehren. Auf welcher Grundlage ich mich als Deutscher fühle, ist ganz gleichgültig. Die Hauptsache ist, daß ich am deutschen Staat und am deutschen Volk hange, und ihm mit meiner Kraft redlich zu dienen gewillt bin. Dann habe ich Anspruch aus Gleichberechtigung. Alle diejenigen, die von den Juden mehr als das Bekenntnis zum Deutschtum, insbesondere noch die Ablegung eines der Ueberzeugung bei der erforderlichen Prüfung widersprechenden Bekenntnisses verlangen, versündigen sich an der allgemeinen Wahrheit. Es ist selbstverständlich und kann nicht oft genug hervorgehoben roerbeu, daß wir alle diejenigen, die aus innerer Ueberzeugung sich dem Christentum zuwenden, achten und schätzen, wenn auch der. Inhalt ihres Gewissens von dem unsrigen wesentlich verschieden ist. Es ist aber ebenso selbstverständlich, daß nur als anständige Menschen in voller Achtung der Lehren der christlichen Religion uns von denjenigen abwenden müssen, die mit den Lippen etwas bekennen, was dem Herzen fremd ist. Darum müssen sich alle, die als Aerzte dem Judentum zu Hilfe kommen wollen, an den Ausspruch Harnacks halten*): „Der Glaube ist nicht jedermanns Ding/' sagte der 'Apostel Paulus, „aber jede r m a n n s D i n g sollte e s s e i u, w ah r hastig zn b I ei b c n , uud ) ich in b ev R cligio n v o r de nt G e s ch w ä tz der Li p p e n u u o d e m leichtfertigen Bete n n c n u n d Zu st i m m c u z u hüte n." Ludwig Holländer. *) Bantack, „Wesen des Ehrisrentums", akademische Ausgabe veipzia 1902, Seite 93.

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