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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 195

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Wieder eine Erlösung des Judentums
Date
1911-04-01
Page
195 (sequence 7)
Language
German
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Wieder eine Erlösung des Judentums. 195 rtonunen wird, der sich wohl in vielen Köpfen wiederspiegeln mag, der aber in sich nichts anderes als einen Abfall von der Idee des Evangeliums bedeutet. Schon vor mehr als 60 Jahren hat Abraham Geiger in einem „Briefwechsel über den Austritt aus dem Judentum" darauf hingewiesen, daß man doch, um zu einer richtigen Anschauung über das Wesen des Christentums zu gelangen, in irgendeine benachbarte Kirche gehen und dort die Worte des Predigers vernehmen solle. Man werde dann hören, was man unter Christentum zu verstehen habe, und derjenige, der das Christentum in der Weise, wie es dort vorgetragen werde, zu seinem GewifsensinhalL mache, habe allein das Recht, sich zur Aufnahme in die christliche Kirche zu melden. Wenn Herr Prof. Köhler am Karfreitag oder Osterfest in eine Berliner Kirche zum Gottesdienst gehen wird, so kann er sich davon überzeugen, daß dasjenige, was er als wesentlichen Inhalt der Christustbee darstellt, etwas ganz anderes ist, als was die Kirche vorträgt und von den Gläubigen verlangt. Der Taufakt wird aber nicht durch ungläubige, sondern durch einen Priester vorgenommen und nicht die Entscheidung derer, die in Wahrheit außerhalb des Rahmens der Kirche stehen und sich nur formell zu ihr rechnen, ist maßgebend, sondern die Auffassung der berufenen Vertreter der christlichen Gemeinschaft. ' , So muß jeder, der, um mit dem Worte Köhlers zu reden, sich einen Glauben, vielleicht unter gewaltigen Kämpfen, erringen will und zum Christentum Übertritt, eben wenigstens diese Minimalforderung der christlichen Religion, den Glauben an die Dreieinigkeit und an die Erlösung des fündigen Menschengeschlechts durch Christus, annehmen. Daß es vereinzelte Prediger gibt, die diesen Glauben zur Vornahme der Taufe nicht verlangen, sondern durch eine einfache Unterschrift einer Erklärung, £ oder 2) wolle in bic evangelische Kirche eintreten, den Uebertritt als vollzogen erklären, äst allgemein bekannt. Es ist aber von andrer Seite schon mit Recht darauf hingewiefen worden, daß ein solcher Geistlicher gegen die evangelische Religion und deren Lehren handelt, und daß deshalb ein solcher Eintritt von seiten des Uebertretenden nichts anders denn als ein Schmuggel betrachtet werden kann, dessen ein gewissenhafter Mensch schon aus Hochach-

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