Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Die Hauptversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 187 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Hauptversanunümg des Central-Vereins. 187 und zu keiner der verschiedenen innerhalb der akademischen Korporationen herrschenden Richtungen Stellung nehmen. Auch die Herren Sanitätsrat Dr. Wiesenthal und Dr. M ainzer hatten Bedenken gegen derartige Ortsgruppen in Anbetracht der Erfahrungen, die der Central-Verein besonders in Berlin bei den Versuchen zur Einigung der jüdischen Studentenverbindungen gemacht habe. Alle jüdischen Studierenden seien natürlich im Kampfe willkommen, welcher Richtung und Organisation sie auch angehören mögen. Von .andern Rednern wurde darauf hingewiesen, daß das Beispiel Berlins nicht maßgebend sein könne. Nachdem noch Herr Dr. Blumen s e l d-Casfel für die Bildung akademischer Ortsgruppen eingetreten war, wurde folgende Resolution des Herrn Dr. F e l d m a n n-Stuttgart angenommen: Die Hauptversammlung ersucht den Vorstand, die Vorsitzenden aller Ortsgruppen in Städten mit Universitäten, technischen oder tierärztlichen Hochschulen auszufordern: eine Versammlung der reichsdeutschen studierenden Juden zwecks Aussprache über die Ziele des Central-Vereins zu veranstalten und sie zu seiner Unterstützung aufzufordern. Von der akademischen Jugend kam man aus die jüdische Jugend im allgemeinen zu sprechen, insbesondere auf die jüdische Jugendvereinsöewegung. Herr Rechtsanwalt Dr. Brod - nitz betonte den Nutzen dieser Bewegung und warnte davor, ihr wegen etwa vorgekommener Entgleisungen die Sympathien zu entziehen. Die Herren Rechtsanwälte Lichtenb e r g-Hannover, Dr. Apfe l-Berlin und Herr Referendar R e g e n s b u r g e r-Braunschweig traten gleichfalls für eine Unterstützung der jüdischen Jugendbewegung seitens des Central-Vereins ein. Herr Landtagsabgeordneter Dr. Cohn- Dessau schloß sich diesen Rednern an, warnte aber vor Uebereiser und allzu großer Schärfe, wie sie bei der Jugend leicht entstehen könnten, und betonte die Notwendigkeit, mit Ruhe und Besonnenheit zu arbeiten und Mißverständnissen tunlichst vorzubeugen. Bezüglich der Vereinszeitschrist wurde eine größere Verbreitung in christlichen Kreisen und möglichste Vermeidung von Personalnachrichten gewünscht. Ein Antrag, der Vereinszeitschrift einen neuen Titel zu geben, wurde abgelehnt. Ans Grund einer sich anschließenden Debatte über die Finanzfrage