Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Die Hauptversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 186 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316809-2344574--21401-2344627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
186 Im deutschen Reich. Mitgliedern. Nicht wie bisher solle die ganze Arbeit allein auf den Schultern des Vorsitzenden ruhen, sondern die einzelnen Vorstandsmitglieder sollten getrennte Gebiete intensiv bearbeiten. Zur Anregung der Mitglieder müßten Versammlungen und Diskussionsabende veranstaltet werden; dagegen sei die Ausbildung von Wanderrednern zu vermeiden, da es nicht auf die Fülle des Materials, sondern auf den guten Willen und die Fähigkeiten des Redners ankomme. Für möglichst häufige Veranstaltung von Versammlungen trat auch Herr Prediger Goldmann-Herford ein, da deren Wirkung viel größer sei als gewöhnlich angenommen werde. Allgemein wurde gegen die Wanderredner Stellung genommen, vereinzelt jedoch die Ausarbeitung von Normalvorträgen für solche Redner gewünscht, denen die Zeit zur Ausarbeitung mangle. Herr Or. B l u m e n f e l d-Cassel erinnerte an die Wichtigkeitder öffentlichen Arbeit, die auch in Cassel die schönsten Erfolge aufzuweisen habe. Bon erfolgreicher Ortsgruppenarbeit berichtete auch Herr F r ä n k e l-Hamburg, der die positive Arbeit rühmte, die gegen den Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen- Berband init ungeahntem Erfolge in Hamburg geleistet worden sei. In Anbetracht der günstigen Ergebnisse, über deren Entstehung der Redner ausführlich berichtete, sei eine Beteiligung der Ortsgruppen an Kaufmanns- und Kommunalwahlen unbedingt erforderlich. Die Wichtigkeit gerade dieses Kampfes betonten ebenso Herr Prediger Goldman n-Herford und Herr Or. Mainzer-Frankfurt a. M., der auch nähere Mitteilung über das erfolgreiche Vorgehen der Frankfurter Ortsgruppe gegen den D. H. V. machte. Viel erörtert wurde von den Rednern die Stellung, die der Central-Verein zur jüdischen Jugend, insbesondere zu den jüdischen Studenten zu nehmen habe. Herr Or. Lewh- Freiburg wünschte eine erweiterte Propagandatätigkeit unter der studierenden Jugend, die der zukünftige Träger der Ideen des Central-Vereins sei und mit diesen vertraut gemacht )oerden müsse. Der Redner befürwortete daher die Gründung akademischer Ortsgruppen in Universitätsstädten, zu denen jüdische Akademiker aller Kreise heranzuziehen seien. Der Gründung dieser Ortsgruppen widersprach Herr Mathematiker K o b u r g e r-Ludwigshafen. Der Central-Verein sollte nicht in das Leben der jüdischen Studenten eingreifen