Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Die Hauptversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 185 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Hauptversammlung des Central-Vereins. 185 Wiener den Revisionsbericht, demzufolge die von dem Schatzmeister mitgeteilte Schlußrechnung geprüft und für richtig befunden war. Der Vorstand, der Schatzmeister und die Revisoren wurden entlastet und letztere wiedergewählt. Hiermit schloß die geheime Sitzung. Nach der Mittagspause wurde die öffentliche Sitzung um *42 Uhr eröffnet. Zu ihr hatten sich ein größeres Publikum und Vertreter der Presse eingefunden. Der Bericht des Vorstandes war den Delegierten schriftlich stbersandt worden.*) Er befaßt sich insbesondere mit der Propagandatätigkeit und enthält diesbezügliche neue Vorschläge, berichtet ferner ausführlich über die Tätigkeit der Landesverbände, die sich durchaus bewährt haben. lieber die nach außen gerichtete Tätigkeit des Vereins, insbesondere über den Kampf gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus wird besonders berichtet. Der nächste Punkt der Tagesordnung gab den Delegierten Gelegenheit, mannigfache Wünsche und Anregungen bezüglich der inneren Vereinstätigkeit vorzutragen. Das Referat hatte Herr 'Rechtsanwalt Abel-Essen übernommen. Er trat besonders für eine Dezentralisation der Bereinsverwaltung ein. Energische nicht überlastete Männer sollten selbständig die Ortsgruppen und Landesverbände leiten, nur in Zweifelfällen sollte der Zentralvorstand befragt werden. Die eigentliche Tätigkeit, wie sie sich in der Ueberwachung der Lokalpresse, in der Aufklärung der Bevölkerung über den Antisemitismus, in der Erziehung der Mitglieder zu tüchtigen Kämpfern für unsere Sache darstelle, müsse in den Ortsgruppen geleistet werden. Auch der jüdischen Frauenwelt biete sich auf diesen Gebieten ein geeignetes Feld für politische Betätigung innerhalb der Ortsgruppen. In erhöhtem Maße müßten in gleichem Sinne auch die Landesverbände tätig werden, wo es sich darum handle, die Anregungen der Ortsgruppen enigegenzunehmen und ein gemeinsames Vorgehen zu veranlassen. Gleichfalls für die Hebung der Tätigkeit der Ortsgruppen trat Herr Justizrat Dr. Salinge r- Oppeln ein. Als besonders empfehlenswertes Mittel bezeichnete er das Prinzip der Arbeitsteilung unter den Vorstands- _ ' ■ : i *) Wir werden diesen Bericht in dem nächsten Heft veröffentlichen.