Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Die Hauptversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 184 (sequence 3)
- Language
- German
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184 Im deutschen Reich. 2) In der Reichstagssitzung vom 25. Februar 1911. hat der Herr Kriegsminister erklärt, daß eine Zurücksetzung jüdischer Soldaten bei der Beförderung zweifellos antisemitischen Regungen entspringe, ungesetzlich und nicht zu billigen sei. Die aus allen Teilen Deutschlands beschickte Hauptversammlung des Ceniral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der 140 000 deutsche Juden vertritt, gibt der Erwartung Ausdruck, daß der Herr Kriegsminister nunmehr auch diejenigen Mittel und Wege ausfindig machen wird, die den praktischen Erfolg gewährleisten, daß dem nicht nur den deutschen Juden zur Kränkung, sondern auch dem Vaterlande zum Schaden und zur Unehre gereichenden verfassungs- und gesetzwidrigen Zustand ein baldiges Ende bereitet wird. Gleichfalls in der geheimen Sitzung wurde der zweite Punkt der Tagesordnung verhandelt, „Bericht des Schatzmeisters", den Herr Steinthal über die Finanzlage des Vereins erstattete. Zu bemerken ist, daß die Ausgaben des Vereins infolge der immens gesteigerten Arbeit und Inanspruchnahme der Vereinstätigkeit, im ständigen Steigen begriffen sind und daß eine Erhöhung der Beiträge dringend notwendig erscheint. Besonders der Mindestbetrag von 2 M. müsse möglichst erhöht werden, da mit Rücksicht auf die Kosten, die die Herstellung und Versendung der Zeitschrift verursachen, dieser Betrag zu geringfügig sei. Auch von andern Rednern wurde auf die Notwendigkeit, die Beiträge zu erhöhen, hingewiesen. Herr Sanitätsrat Dr. Wiesentha l-B erlin betonte, daß in diesen Beiträgen auch ein gemeinnütziger Akt, -wofür die Juden sonst so viel übrig hätten, zu erblicken sei, da durch die Tätigkeit des Vereins die sozialen Verhältnisse — namentlich der ärmeren Juden — gebessert würden. Ein Antrag F r ä n k e l-Hamburg, von den Vereinsmitgliedern anläßlich der Wahlen einen Zuschlag von 10o/o zu erheben, wurde von allen Seiten freudig begrüßt, konnte jedoch nicht zur Abstimmung gelangen, da die Voraussetzungen zu einer Statutenänderung, als welche der Antrag gelten muß, nicht Vorlagen. Bei dieser Gelegenheit wurde wiederum von allen Seiten die Pflicht zur Teilnahme an der Sammlung des Wahlfonds betont. Hierauf erstattete im Namen der Revisoren Herr Louis