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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 183

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Die Hauptversammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1911-04-01
Page
183 (sequence 2)
Language
German
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Die Hauptversamnrlrmg des Central-Vereins. 183 setzten in längeren Ausführungen auseinander, auf welchen einzelnen Gebieten diese Arbeit geleistet werden könnte. Auch die Frage der Aufstellung geeigneter Kandidaten wurde besprochen und als besonders wünschenswert wurde es unter allseitigem Beifall der Versammlung bezeichnen den einzelnen Parteien nahezulegen, keine getauften Juden aufzustellen, da deren Unterstützung den jüdischen Wählern schwer zugemutet werden könne. Beide Redner kamen zu dem Ergebnis, daß bei Befolgung der von ihnen vorgetragenen Richtlinien der Erfolg in Anbetracht der im Lande herrschenden Stimmung nicht ausbleiben werde. Im Namen des Vorstandes erstattete danach Herr Justizrat Dr. Loevinso n-Berlin den Bericht über die bisherige Tätigkeit des Central-Vereins für die kommenden Reichstagswahlen. Aus diesem Berichte ist besonders hervorzuheben, daß der Central-Berein und der Abwehr-Verein gemeinschaftlich pen Wahlkampf gegen die Antisemiten führen werden, um durch die gegenseitige Unterstützung den größten Erfolg zu erzielen. An diese Ausführungen schloß sich eine sehr anregende Debatte über alle Fragen des Wahlkampfes, an der u. a. als Gäste Herr Redakteur Bürger und Herr Or. de Gruyter als Vertreter des Abwehrvereins teilnähmen. In der Diskussion fanden die Ausführungen der Referenten allgemeine Zustimmung. Insbesondere waren die Redner sämtlich der Ansicht, daß ein Jude in allen Fällen gegen den Antisemiten stimmen müsse, auch wenn der Gegenkandidat einer ihm sonst fernstehenden Partei angehöre. Auch darüber, daß .die Aufstellung von getauften Juden als Kandidaten verhindert werden müsse, waren alle Redner einig. Als Ergebnis dieses Punktes der Tagesordnung sind die einstimmig angenommenen Resolutionen Feilchenfeld- Köln und Or. L e w Y-Freiburg anzusehen: 1) Unsere Vertrauensmänner sollen innerhalb der politischen Parteien sich organisieren' und im Verein mit denjenigen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus auf ihre politischen Parteien derartigen Einfluß zu gewinnen suchen, daß diese nur solche Kandidaten aufstellen, welche volle Gewähr bieten für eine antisemitengegnerische parlamentarische Tätigkeit.

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