Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 91 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 91 regierung zum Kommissionsbeschluß klar darzulegen. Der sozialdemokratische Redner F r o h m e verwies auf die Pferderennen und die Jagd, ' wobei sicher viel schlimmere Tierquälereien vorkämen als Leim Schächten. Die Antisemiten mußten den Schmerz erleben, daß sich bei der Abstimmung die erdrückende Mehrheit des Reichstages zum „S ch ächtb L o cf" bekannte. Der Antrag Grobe r wurde gegen die Stimmen vereinzelter Nationalliberaler und Konservativer sowie die der Antisemiten angenommen. — Unter der Ueb er s Christ „Antisemitischer Reichstags-- kandidat und konservativer Parteisekretär" berichtet die „Boss. Ztg.": „An Stelle des Parteisekretärs Kunze, der bei der Reichstagsersatzwahl in Labiau-Wehlau eine wenig rühmliche Rolle gespielt hat, ist Curt Fritzfche, der im August bei der Reichstagsersatzwahl Zschopau-Marienberg als antisemitischer Reichstagskandidat 10 000 Stimmen weniger erhielt als der Abgeordnete Zimmermann im Januar 1907, Generalsekretär des konservativen Landesvereins für Sachsen geworden. Der Landesverein der Deutschen Reformpartei im Königreich Sachsen setzt Herrn Curt Fritzsche deshalb den Stuhl vor die Tür durch folgende Erklärung: „Selbstverständlich würde Herr Curt Fritzsche damit aus der Deutschen Reformpartei ausscheiden. Auch seine Kandidatur im 7. Reichstagswahlkreise würde die Reform- Partei nicht aufrecht erhalten. Für diesen Fall ist bereits Ersatz gefunden." — Die Konservativen im Wahlkreise des Herrn Wilhelm Br uh n, Arnswälde-Friedeberg haben beschlossen, den Gouverneur von Südwestafrika, v. Schuckmann als R e i ch s t a g s k a n d i d a t e n aufzustellen. Da Herr v. Schuckmann vor Jahren einmal im preußischen Abgeordnetenhause gegen das Nachtleben in den großen Städten eiferte, dürfte ihm die „Wahrheit" seines Gegenkandidaten bei dem Wahlkampfe manchen dankbaren Redestoff bieten. — Die „Deutsche Tageszeitung" scheint die Berichterstatter der „Staatsbürger-Zeitung" übernommen zu haben und deren Leistungen unbesehen zu genehmigen, wenn sie nur geeignet sind, gegen die Juden Mißstimmung zu erregen. So ließ sie sich berichten, daß zu dem viergliedrigen Vorstand der Frankfurter Stadtverordneten drei Juden gehören. Von den vier