Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 92 (sequence 4)
- Language
- German
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92 I n deutschen Reich. Herren ist aber kein einziger ein Jude. Der Berichterstatter des Agrarierblattes scheint ein Nachkomme der Sachsenhäuser Marktfrau zu sein, die bei einer Goethefeier in Frankfurt sagte: „Wenn der Goethe kein Jude gewesen wäre, hätte er in Frankfurt kein Denkmal bekommen." — Wie feit Jahrzehnten veranstaltet auch in diesem Jahre die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten ihres Stipendienfonds. Am 30. Januar spricht Privatdozent Dr. Felix Falk aus Genf über „Was ist uns Moses Mendelssohn", am 13. Februar wird Rabbiner Dr. I. Bergmann über „Griechentum und Judentum", am 27. Februar Archivar und Dozent Dr. Eugen Täubler über „Die weltpolitische Stellung des jüdischen Staates in der hellenistischen und römischen Zeit", am 13. März M. Sobernheim über „Ausflüge in Syrien um Beirut, Damaskus und Aleppo" sprechen. — Die Vorlesungen finden in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestr. 14, Montags, abends 8 Uhr statt. — Dem in der Januar-Nummer der „Mitteilungen des Verbandes der j ü d i s ch e n I u g e n d v e r e i n e Deutschlands" veröffentlichten Protokoll über die sechste Borstandssitzung dieses Verbandes entnehmen wir, daß die Jugendbewegung zu unserer Freude überall große Fortschritte macht und sich erfolgreich entwickelt. In der Sitzung ist u. a. beschlossen worden, die Verbandsvereine anfzusorderu, in geeigneter Weise des Jahrhunderttages der Judenemanzipation in Deutschland zu gedenken, und empfohlen, sich mit anderen jüdischen Vereinen zwecks Veranstaltung gemeinschaftlicher Gedenkfeiern in Verbindung zu setzen. — In dem Organ der Verbandes der Bureauangestellten, „D er B u r eau a n g e st e llte", vom 15. Dezember v. J„ wurde unter der Ueberschrift: „R e ch t s a n w a l t W. K o r n , B^r'li n, Unter den Linden", berichtet: „Als Antisemit entpuppte sich kürzlich der Rechtsanwalt W. Korn, Berlin, Unter den Linden. Er erklärte neulich einer Mafchinenschreiberin, die sich um eine in dein Bureau vorhandene Vakanz bewarb und Jüdin ist: „I it b e n werden n i ch t e n g a g i e r t!" .Für die Mißachtung, die Rechtsanwalt Korn dem Judentum im allgemeinen bamit ausdrlickt, mögen seine vielen jüdischen