Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 88 (sequence 7)
- Language
- German
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88 Im deutschen Reich. sinnung dem lieben Nächsten gegenüber. Viele treue deutsche Ländler der Kreise Labiau-Wehlan." Die Vorgänge bei der Wahl in Labiau-Wehlan haben aber glücklicherweise erwiesen, daß die deutsche Bürgerschaft sich mit Widerwillen von den Treibereien abwendet, bei denen die Berufung auf Thron, Altar und Familie so wenig am Platze ist. Auch die kleinen Landwirte sind vielfach zu der Einsicht gelangt, daß ihre eigensten Interessen von den Großgrundbesitzern nicht vertreten werden und nicht vertreten werden können. Aus diesem Grunde wiirden sowohl die Agrarier als auch die Antisemiten in einer ganzen Anzahl von Wahlkreisen ihrer Mandate bei den nächsten Wahlen verlustig gehen, wenn nicht, teils aus Besorgnis vor etwaigen neuen Erfolgen der Sozialdemokraten, teils aus Vorliebe vieler Landräte für die Sache der Großgrundbesitzer, eine lebhafte Aktion bex Verwaltungsorgane zu gewärtigen wäre. Gerade in .der Verwaltung sollte aber nichts geschehen, was dem Grundsatz der Verfassung, daß. „alle Preußen vor dem Gesetz gleich sind", nicht entspricht.- Die Angelegenheit eines -zum Reichsgerichtsrat vorgeschlagenen unb nur seines Glaubens wegen zurückgesetzten Landgerichtsdirektors ist, kaum beigelegt, dadurch wieder in Erinnerung gebracht worden, daß die medizinische Fakultät der Straßburger Universität für die durch den Tod des Prof. Förster verwaiste DirekLorenstelle des Bakteriologischen Instituts nicht den langjährigen stellvertretenden Direktor, Prof. Levy, einen von der elsaß-lothringischen Aerzteschaft überaus geschätzten Bakteriologen, in Vorschlag gebracht hat, sondern ein Berliner Mitglied des Reichsgesnndheitsamtes. Die „Straßburger Post" schreibt: Ob k onfe s f i o n e l l e Gri'lnde maßgebend waren, missen wir nicht.- Wir können aber nicht annehmen, daß unsere medizinische Fakultät sich von solchen Gesichtspunkten leiten ließe. Die Fakultät hat gesprochen. An der Regierung ist es jetzt zu handeln. . Schon haben sich, wie wir hören, sachverständige Persönlichkeiten ins Mittel gelegt, um eine solch eklatante Zurücksetzung eine* um die Wissenschaft und um die Gesundheit der Bevölkerung unseres engen Vaterlandes verdienten Mannes zu verhindern. Wir schließen uns diesen