Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 89 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316807--21215-2344531- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 89 Schritten -mit unseren Wünschen an und hoffen, daß es der Regierung getingen wird, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu fetzen/' Im Reichsland wird man sicher, wenn die Regierung den Fehler der Fakultät nicht gut macht, nicht dieser, sondern der Regierung die Verantwortung beimessen. Es liegt nahe, daß man den leitenden Staatsmännern auch dann die Schuld Leimißt, wenn etwas nicht geschieht, was eigentlich geschehen müßte. Als eine solche U n t e r l a s s u n g s s ü n d e wird es auch vielfach in kaufmännischen Kreisen betrachtet werden, daß gegen die differentielle Behandlung jüdischer Kausleute, die nach Rußland reisen, durch russische Behörden bisher nicht wirksame Schritte unternommen worden: sind. Seitens einer Reihe von Berliner Exporteuren sind den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin Klagen über schikanöse Behandlung von Geschäftsreisenden jüdischen Glarrbens in Rußland, namentlich in Kiew, übersandt worden. Nach Prüfung der Angelegenheit hat das Aeltesteu-Kollegium beschlossen, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden. Es bedürfte nur einer mehrseitig gewünschten Verständigung mit der Regierung der Vereinigten Staaten, sowie mit mehreren europäischen Regierungen, um von dem Petersburger Kabinet eine Aenderung dieser willkürlichen Behandlung deutscher Staatsbürger durch ausländische Behörden zu erzielen. Aber dazu gehörte der Ausdruck der festen Ueberzeugung: „Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich", und daß keine ausländische Behörde es wagen darf, deutsche Bürger bei ihren Reisen nach Rußland je nach i>em Religionsbekenntnis ungleichen Bestimmungen zu unterwerfen. A. L. * Korrespondenzen. Berlin, 23. Januar. Die Debatte des Reichstages drehte sich am 12. d. M. bei der Beratung über die Bestrafung der Tierquälerei hauptsächlich um die Frage der g e s e tzgebe rischen Behandlung der rituellen Schlachtm e thod e. Die siebente Kommission des Reichstages hatte