Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Eine neue Versammlung gegen die Zurücksetzung der Juden im Heere
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 74 (sequence 4)
- Language
- German
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74 Im deutschen Reich. Der Unterschied ist nur der, daß der Kampf gegen das deutsche Bürgertum -heute nur noch ein Rückzugsgefecht ist, während der Kampf gegen die Juden mit größter Energie weitergeführt wird. Ebenso wie die Bürger mit den größten Schwierigkeiten kämpfen mußten, um als -gleichwertig im Heere zu gelten, ist auch von den Juden unverzagt der Kampf zu sführen; der Erfolg wird dann nicht ausbleiben, da die Verhältnisse stärker sind als der Wille der mächtigsten Menschen. (Stürmischer Beifall.) Die Differenzierung des deutschen Offizierkorps ist also der wahre Grund der Zurücksetzung der Juden im Heere, und die Religion wird von den leitenden Kreisen nur als Deckmantel privatim angegeben, da angesichts des klaren Wortlauts der Verfassung offiziell eine derartige Begründung unstatthaft ist. Deshalb sucht man nach Ausflüchten und wirft den Juden zum Beispiel Mangel an Taktgefühl vor, da sie sich in einen Beruf eindrängen wollten, der sie nicht haben wolle, und man gibt diese „Taktlosigkeit" der Juden als Grund ihrer Ausschließung an. Es handelt sich aber garnicht um ein gewaltsames Eindringen in eine geschlossene Gesellschaft, sondern um hie öffentlichen Stellen des Staates, die von dem Gelde aller Steuerzahler besoldet werden. (Sehr richtig.) Von einem Eindrängen ist daher keine Rede, sondern von dem berechtigten Wunsche der jüdischen Mitbürger, gleichmäßig behandelt zu werden. (Sehr richtig und Bravo!) Nicht das wird, wie manche Antisemiten behaupten, verlangt, daß jeder jüdische Mitbürger deswegen Offizier werden solle, weil er Jude ist, sondern umgekehrt, daß niemand nur aus dem Grunde ausgeschlossen werde, weil er sich der jüdischen Glaubensgemeinschaft zurechnet. Damit fallen alle diese Gründe vollkommen zusammen. Andere wieder, die die Haltlosigkeit dieser Gründe anerkennen, sprechen den Juden die für den Offiziersberuf notwendige Tüchtigkeit und Fähigkeit in militärischer Hinsicht ab, indem sie behaupten, daß derartige Fähigkeiten nur in der christlichen Bevölkerung zu finden seien. Ihre Behauptungen sind aber noch niemals bewiesen worden, das Gegenteil jedoch beweisen die historischen Beispiele unserer Zeit und des letzten Jahrhunderts. Mit dem bekannten