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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 142

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Berlin
Date
1911-03-01
Page
142 (sequence 7)
Language
German
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142 Im deutschen Reich. Unfälle kommen übrigens beim „Schlagen" der Schlachttiere auch vor, bei dem diese, oft mit größter Gewalt um sich schlagen. — Die „Staatsbürger-Zeitung" hat zwar ihre bisherige Haltung in der Judensrage in keiner Weise verändert, aber in bezug auf ihre Stellung zu den großen politischen Fragen unverkennbar einen neuen Kurs Angeschlagen, um vielleicht als oppositionelles Organ neue Anhänger zu gewinnen. Das ist nicht nur in bezug auf das Verhältnis dev Reichsregierung zu Oesterreich der Fall, dem gegenüber der Antisemiten- Moniteur plötzlich den größten Pessimismus zur Schau trägt und vor einem angeblich durch „deutsche Renegaten" erleichterten völligen Einlenken in tschechische Bahnen warnt, sondern auch dem Zarenreich gegenüber, für das die „Staatsbürger-Zeitung" in heller Begeisterung schwärmte, so lange dort nur Juden verfolgt wurden. Damals konnte die „Nowoje Wremja" .sogar täglich gegen die Deutschen hetzen, ohne daß die Antisemitenpresse daran Anstoß nahm, jetzt ist ihr endlich klar geworden, daß der russische Antisemitismus weit mehr ans den Haß gegen das Deutschtum als aus religiöse Vorurteile zurückzuführen ist, weil den Altrussen stets der Jude als Pionier des Deutschtums gegolten hat. In einem Artikel „Nach den Potsdamer Küssen" hat sich die „Staatsbürger-Zeitung" schon kürzlich denen angereiht, die es sonderbar finden, daß inan die Potsdamer Monarchenbegegnung als den Ausgangspunkt einer „neuen Phase" der auswärtigen Politik Rußlands hinzustellen bemüht isst während die russische Regierung eifrig an der A r b e i t i st, d i e i n R u ß l ft n d ii ci 111 r alisiert e n Deut s ch e n z u e n t r -e ch ten, durch wirtschaftliche Benachteiligung zu entkräften und, wenn möglich, zu entwurzeln. Sie sagt im schroffsten Gegensatz zu der offiziösen Presse, welche Deutschland und Rußland vereint als Träger der konservativen Weltanschauung verherrlichen wollte: „A n g e s i ch t s der b e w u ß t e n Gewalttaten und V e r h ö h n u n g e n , denen in Rußland das Deutschtum wie überhaupt jede germanische Wesensäußerung ausgesetzt ist, muß man sich dagegen wehren, daß unter dem Begriff „konservativ" zwei Dinge von so entgegengesetzter Anlage und so ungleichem Knltnrwerte verkoppelt werden. Wir müssen dafür danken,

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