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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 140

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Berlin
Date
1911-03-01
Page
140 (sequence 5)
Language
German
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340 Im deutschen- Mich. — H err Bartelsin Gefahr sichzu verrenne n. Der durch seinen unversöhnlichen Haß gegen Heinrich Heine in weiten Kreisen bekannt gewordene Literaturhistoriker Ad. Bartels in Weimar hat im neuesten Bogen seiner antisemitischen Reden an die deutsche Nation, die er „Deutsches Schrifttum" betitelt, unumwunden kundgegeben, daß er selbst von der Erfolglosigkeit seines Strebens überzeugt ist, obschon sein neuestes Pasquill seine Absicht beweist, sein Treiben fortsetzen zu wollen. Er erklärt in seinen Ausführungen über die „Fortschritte des Judentums": „Es ist für mich durchaus kein Vergnügen, über oder gegen die Juden zu schreiben; denn ganz abgesehen davon, daß meine Gegnerschaft dadurch nicht bloß bei den Juden selbst, sondern auch bei meinen deutschen Volksgenossen, die das Judentum aus vornehmen oder gemeinen Gründen tabu wünschen, i m m e r m e h r a n w ä ch st, ich weiß als überlege n - der M e n s ch a u ch, daß hie r, wenn i r g e n d w o , die Gefahr des S i ch v e r r e n n e n s besteht, da ich ^^nter Umständen meiner ganzen Lebensarbeit, die positiv national sein will, stark schaden könnte." Ueber diese Aeußerung eines Apostels des Hasses sagt der „Berliner Börsen- Courier": „Man hat einfach das Gefühl, hier einem Krankheitsbilde gegenüberzustehen, das mehr den Psychiater interessiert als den Kulturpolitiker." — Die „Deutsche Tageszeitung" veröffentlichte am 4. Februar eine Zuschrift aus der Provinz Posen mit der Mitteilung, daß die israelitischen Kultusgemeinden aus den S ch ä ch t u n g e n großen Gewinn ziehen und daß dies der Grund der jüdischen Agitation gegen das Schächtverobt sei. Dieser Vorwurf ist völlig haltlos. — In einer von dem Verband der Deutschen Juden am 12. Januar d. I. an den Reichstag gerichteten Eingabe wird über eine gleiche Beschuldigung, die in der Flugschrift des Leipziger „Vereins zur Förderung humanen Schlachtens" erhoben wurde, folgendes gesagt: „Wir weisen als unter unserer Würde stehend die unsere Gegner kennzeichnende Unterstellung weit von uns, als spielten bei unserem Vorgehen finanzielle Rücksichten auf die jüdischen Gemeinden oder deren Beamte auch nur im entferntesten eine Rolle. Es genügt die Fest-

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