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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 133

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-03-01
Page
133 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. Stich w u h l für jeden Gegner des Judenfeindlichen Kandidaten. Uns gilt der Anhänger einer Partei, die sich zu einen: Programm bekennt, das Kaiser Friedrich als „eine Schmach des 19. Jahrhunderts" bezeichnet hat, als der schlimmste Feind des Deutschen Reiches, dem der Antisemitismus nur zur Unehrc gereicht. Wenn wir mit diesen: Programm gegen die Antisemiten auftreten, tun wir nichts anders als der „Bund der Landwirte", der oft genug schon erklärt hat, man sei nicht in der Lage für einen Gegner der Landwirtschaft einzutreten, es sei deshalb bei der Stichwahl zwischen einem Freisinnigen und einem Sozialdemokraten gletchgiltig, für wen man cinträte, oder ob man überhaupt nicht wühle. Uns aber hält das Organ des „Bundes der Landwirte", die „Deutsche Tageszeitung", unsere Losung! „U n t e r a l l e n U in [tauben gegen die A nt i - semiteu" vor- „Man will also gegebenen Falles auch die Sozialdemokratie unterstützen." Gewiß, das lanii-uttb w ird auch ein n a t i o n a l g e s i n n t e r Deutscher tun, da er dadurch sein Vaterland vor einem Vertreter schützt, der unter der Maske monarchischer Gesinnung die Anarchie an strebt! Wie es mit dieser monarchischen Gesinnung bei bcn Tivoli-Konservativen und ihrem christlich-sozialen und deutsch-sozialen Anhang bestellt ist, das zeigt ein Blick in die Presse dieser Parteien, die sich völlig im Stile des Grafen Pückler zum Mentor des Kaisers aufwirft. Bei den: Geburtstage des Kaisers brachte das Stöckersche „Volk" in einem Artikel nachstehende Malice: . . Notwendig ist es, daß wir an diesem Tage mit allen unfern Lieben einmal in brünstiger Fürbitte it nser n K a i s e r v o r Gottes Th r o n bringen, daß Gott ihn segnen möge mit Mut und Demut, mit Herrscherkraft und Selbstz u'ch t, immer mehr unserer traurigen Zeit der Aeußerlichkeit und des Luxus voranzuleuchten in deutscher Schlichtheit und Einfachheit." Das Bruhnsche Blatt „Die Wahrheit", dessen monarchische und nationale Tendenz kürzlich sogar an Gerichtsstelle attestiert wurde, kritisierte dieser Tage die freundliche Behandlung, die einem jüdischen Geschäftsmann durch den

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