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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 131

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-03-01
Page
131 (sequence 3)
Language
German
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Umschau. ] :i i rischen Antisemiten durch die kläglichen Worte revoziert: „Wie sollte die Kreuz-Zeitung mit dem liberalen Judentum paktieren: der Passus in dem deutsch-konservativen Parteiprogramm scheint uns im Gegenteil zu eng gefaßt." Seitdem hat sie jedoch wieder eingelenkt und am 31. Januar d. I. in einem Artikel „Judentum und Uatuxalismus" sich sehr eingehend mit einem in der „Zeitschrift für Politik" von Dr. Moritz Friedländer in Wien veröffentlichten Artikel beschäftigt, in dem als „eine notwendige Folgeerscheinung der Emanzipation der Inden ihre Assimilieruug an die europäische Kultur, die Preisgabe eines jahrtausendelangen Partikularismus, der sich mit dem Standpunkt der Aufklärung nicht länger verträgt" unverblümt gefordert wird. Dazu nimmt die Kreuz-Zeitung selbst durch nachstehende Auslassung Stellung: „Diese Momente machen den Wunsch Friedländers begreiflich, daß sich Israel von dem Drucke der Vergangenheit löse, daß sich in ihm durch gesteigerte Selbsterkenntnis eine Reinigung und Läuterung vollziehe, daß es sich ohne Mißtrauen, ohne Reserve in den Dienst der einzelnen Völker und der ganzen Menschheit stellen möge. Jeder, er mag zur Assimilationsidee stehen wie er will, wird diesem Wunsche die Berechtigung nicht versagen, und wir möchten der Hoffnung Ausdruck geben, daß er gerade bei der deutschen Judenschaft einen lauten Widerhall findet." Ein solcher Widerhall wird auf sich warten lassen: die Antisemitenpresse hat aber sofort die Frage aufgeworfen: „Wie will die „Kreuz-Zeitung" den zersetzenden Einfluß des Judentums bekämpfen, wenn sie ein Aufgehen der semitischen Rasse im Deutschen Reich befürwortet?" Daran wurde der Ausdruck der nicht ganz nuberechtigten Hoffnung geknüpft, daß das konservative Blatt einige Tage später wieder in das antisemitische Fahrwasser einlenken werde. Aus die Juden -kann der vorübergehende tolerantere Seitenspruug der „.Kreuz-Zeitung" nur den Eindruck eines Wahlmanövers machen, das ihr wahrscheinlich von denen empfohlen wurde, in deren Kreisen die Juden bei der nächsten Reichstagswahl das Zünglein an der Wage bilden dürsten. Hat doch noch vor einigen Tagen eine Aufführung von Lessings

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