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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 52

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
52 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Im deutschem Reich. liß, der übrigens seit Dezcuuieu qeiauft ift, er tonne ,yoai: nicht billigen, daß eine stelle mit staatlicher Unterstüßnng gerade für einen Ehristen ausgeschrieben werde, aber die gewünschte Zusicherung, daß er derartige Inserate künftig nicht aufnehlnen werde, tonne er nicht erteilen. Ein solches Inserat inerde das gute Einvernehmen zwischen den Kollegen aller Konfessionen nicht stören; denn sie wüßten es alle, daß oft antisemitische Strömungen unverblümt an die OeffentlichkeiL treten, die imut als cute unvermeidliche Tatsache des inodernen Lebens betrachten und ruhig ertragen müsse. Ter Borstand des Eeutrai-Bereins, der selbstverständlich diesen Stand Punkt nicht teilt, hat darauf an den Herrn R e g i e r u n g s p r ä s i - deuten in Oppeln die höfliche Anfrage gerichtet, ob dieses Inserat, in welchem dem Bewerber auch ein Zuschuß von seiten der Regierung — wohl die sogenannte Ostmart en zutage — in Aussicht gestellt wird, im Einverständnis mit der Regierung veröffentlicht worden sei, insbesondere auch, ob es mit freu Absichten der Regierung übereinstimme, diesen Zuschuß ausschließlich christlichen Aerzten zu gewahren. Der uns erteilte Bescheid des R e g i e r u n g s - p r ä s i d e n t e n lautete: Oppeln, den 9. Dezember 1.910. „Auf des gefällige Schreiben von: 18. November 1910 (9h\ 9291) erwidere ich ergebenst, daß das fragliche Inserat ohne Auftrag und Kissen rauer amtlichen Stelle veröffentlicht worden ist/" — In der Nr. 399 des „Berliner Tageblatts"" Ij arten wir vor einiger Zeit ein Inserat des Magistrats von Lübbenau im Spreewald gefunden, in dem „die sofortige Niederlassung eines evangelischen, verheirateten Arztes" als „nötig"" bezeichnet wurde. Warum der Magistrat von Lübbenau gerade euren „evangelischen" Arzt suchte, also jüdische Bewerber ansfchloß, war uns nicht recht erklärlich. Wir haben dieses Rätsel zu losen versilcht, und von vertranenswerier Seite erfahren, daß man, weil in Lübbenau sehr wenige oder gar reine Inden wohnen, gar nicht an den Ausschluß eines jüdischen Arztes gedacht habe. Das Inserat sei in einer Zeit erlassen worden, in der die Enzyklika vielfach erörtert wurde, und die dadurch erzeugte Stimmung zu einer Betonung der „evangelischen .Konfession"" — d. h. doch

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