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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 50

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
50 (sequence 14)
Language
German
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50 Im deutschen Reich. sei. Die wenig judenfreundlichen „Leipziger Neueste Nachrichten" veröffentlichten zwar die Berichtigung, fügen aber hinzu: „lieber den Verlauf der Versammlung haben wir uns in Woldenberg informiert und dort erfahren, daß es sehr stürmisch gewesen ist. Es erscheint uns zweifelhaft, daß das allein auf den von Herrn Bruhn erwähnten „angetrunkenen Arbeiter" zurückzuführen fein wird." — Herr Bruhn ist aber doch Herausgeber der „Wahrheit"? — Im Oktoberheft unserer Zeitschrift wurde berichtet, daß der Spindlersfelder Ruder der ein nach § 6 seiner Satzungen zwar jedermann aüfnimmt, der einen guten Ruf besitzt, aber trotzdem die Aufnahme eines völlig unbescholtenen Juden aus dem Grunde abgewiesen hat, weil er mosaischer Konfession sei. Da das Bootshaus dieses Rudervereins Eigentum der Firma Spindler ist, hatten wir die Angelegenheit Herrn I)r. Spindler unterbreitet und zunächst den Bescheid erhalten, daß seine Firma konfessionelle Unterschiede nicht kenne, aber auf die inneren Angelegenheiten des Spindlerfelder Rudervereins nicht einzuwirken vermöge, dessen Mitglieder sich größtenteils aus Nichtangest-ellten seines Geschäfts rekrutieren. Nach einer späteren Mitteilung hat sich aber Herr Or. Spindler mit dem Ruderverein besprochen und dabei dahin geäußert, daß er die Art und Weise!der Ablehnung des Herrn L. mißbillige. — In Crefeld veranstaltete kürzlich ein Herr Patti Schülervorstellungen, verbunden mit physikalisch-optischen Projektions-Schauspielen, zu deren Besuch die Kinder aller dortigen höheren Schulen durch Reklamezettel eingeladen wurden. Der an sich recht mäßige Kunstgenuß wurde den jüdischen Schülern durch einzelne antisemitische Bilder, wie der „kleine Cohn" und zwei „Hirsche", von denen der eine die Karikatur eines Juden aufwtes, arg verleidet. Da dem Unternehmer von jüdischer Seite energische Borstellungen wegen dieser Taktlosigkeiten gemacht wurden, versprach er, daß bei ferneren Vorführungen diese Bilder nicht mehr gezeigt werden sollten. Da Herr Patti aber von Ort zu Ort zieht, scheint es sehr fraglich, ob diese Zusage auch für Vorführungen in anderen Städten gilt und nicht doch dort wieder unter den Augen von Schulbehörden durch antisemitische Bilder in die Gemüter zahlreicher Schüler anti-

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