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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 47

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
47 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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VereinsnachrichLen. 47 Der bisherige Bor stand wurde von der Versammlung durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. — Unter der Ueberschrift „Ein Jllde Senatspr äsident" berichtet die „Boss. Ztg.": „Am 4. Aug. veröffentlichten wir einen Leitartikel „Aus alter und neuer Zeit". Wir erzählten darin, wie von einer Regierung ei n j ü d i s ch e r Richter zur Berufung an das Reichsgericht vorgeschlagen, in Berlin aber abgelehnt worden sei, weil das Reichsgericht judenrein bleiben müsse. Staatssekretär des Reichsjustizamts war damals Or. Nieberding. Der abgelehnte Richter war der Sohn eines bayerischen Abgeordneten, der am 19. Juli 1870 in der bayerischen Kammer gerufen hatte: „Lieber untergehen, als schmachvoll unter dem Schutze Frankreichs bestehen." Er trat lebhaft für den Krieg ein, obgleich sein Anwesen in Landau ein paar Stunden nach der Kriegserklärung von den Franzosen in Asche gelegt werden konnte. Der Richter war der damalige Qberlandesgerichtsrat Levi in Colmar, der später Landgerichtsdirektor und Geheimer Justizrat in Straßburg wurde. Borgeschtagen für das Reichsgericht hatte ihn die elsaß-lothringische Regierung durch den Staatssekretär v. Kolter. Jetzt erhalten wir folgende Mitteilung: Straß bürg i. E., 13. Dezember. Der Straßburger Landgerichtsdirektor Levi ist zum Senatspräsidenten am Oberlandesgericht in Colmar ernannt worden. Levi ist der erste Jude, der in die Stellung eines Senats- Präsidenten berufen wird. Er hat der Armee als Offizier, zuletzt als Rittmeister der Reserve angehört und ist längere Zeit Staatsanwalt gewesen. Natürlich nicht in Preußen. In Preußen wäre er auch nicht Senatspräsident geworden, wie ja der Berliner Einfluß seine Ernennung zum Reichsgerichtsrat verhinderte. Preußen in Deutschland voran? Gewiß, aber auf der Bahn der Reaktion." — Die „Augsburger Abendzeitung" bemerkt. zu dieser Meldung: „Auch die Ernennung zum Senatspräsidenten soll nicht ohne Meibungswiderstand vor sich gegangen, aber von der elsaß-lothringischen Regierung durch ihre energische Haltung durchgesetzt worden sein." — Ueber die Hauptverhandlung der z w e i t e u Strafkammer des K gl. Landgerichts Lei p z i g

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