Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 46

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
46 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316804-2316806--21155-2344280
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

46 Jur deutschen Reich. Juden über werde dort offenbar die Naturalisation nur verweigert, weil sie Juden seien. Noch an vielen anderen Argumenten des Verfassers wies der Vortragende die Spuren der Kamwerknechtschaft und des Ghettos nach, die sich noch heut bei manchem Juden zeigen. Z. B., wenn heute noch jüdische Prinzipale deutschnationale Handlungsgehilfen bei sich dulden, oder wenn Juden reiche Geldmittel Instituten spenden, von denen sie annehmen müssen, daß niemals Juden bei ihnen ihr Brot oder Förderung finden würden, wenn bei Stichwahlen -zwischen Sozialdemokraten und Antisemiten, letztere von Juden aus angeblich nationalen Interessen gewählt werden. Solche Kammerknechtschafts- und Ghettospuren mit Stumpf und Stiel auszurotten, müsse die Aufgabe aller charaktervoll gesinnten Juden sein. An der Erreichung dieses Endzieles mitzuarbeiten, sei auch die Aufgabe des Central-Vereins. Die Zuhörer folgten den Ausführungen des Redners mit regem Interesse und dankten ihm wiederholt durch lebhaften Beifall. — Die im vergangenen Frühjahr in F r e i b u r $ i.Br. begründete Ortsgruppe des Central-Vereins hielt am 8. Dezember ihre erste Generalversammlung ab, die sich eines regen Besuches auch seitens der Damen erfreute. Den einleitenden Vortrag hielt Herr Raöbinatsverweser Or. Straßburger über „Mendelssohn und seine Zeit." Die Ausführungen, die Wesen und Wirken des berühmten Mannes in helles Licht setzten und manche Gelegenheit boten, auf die Bestrebungen und Ziele des Central- Vereins hinzudeuten, fanden lebhaften Beifall bei den Erschienenen. Alsdann berichtete der Vorsitzende, Herr Hauptlehrer Heidingsfeld, über die Tätigkeit der Ortsgruppe im abgelausenen Jahre. Bei ihrer Begründung hatte der Verein in Freiburg nur 14 Mitglieder neben 22, die der Bereinigung badischer Israeliten angehörten. Nach der Verschmelzung dieser Korporationen und Begründung der Ortsgruppe Freiburg hat sich die Zahl in den wenigen Monaten auf rund 125 gesteigert, ein erfreulicher Beweis dafür, daß bei reger Aufklärungsarbeit Erfolge nicht ausbleiben. Auch am Versammlungsabend selbst meldeten sich wieder neue Mitglieder an, so daß wir die Zahl 200 bald zu erreichen hoffen dürfen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.