Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 46 (sequence 10)
- Language
- German
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46 Jur deutschen Reich. Juden über werde dort offenbar die Naturalisation nur verweigert, weil sie Juden seien. Noch an vielen anderen Argumenten des Verfassers wies der Vortragende die Spuren der Kamwerknechtschaft und des Ghettos nach, die sich noch heut bei manchem Juden zeigen. Z. B., wenn heute noch jüdische Prinzipale deutschnationale Handlungsgehilfen bei sich dulden, oder wenn Juden reiche Geldmittel Instituten spenden, von denen sie annehmen müssen, daß niemals Juden bei ihnen ihr Brot oder Förderung finden würden, wenn bei Stichwahlen -zwischen Sozialdemokraten und Antisemiten, letztere von Juden aus angeblich nationalen Interessen gewählt werden. Solche Kammerknechtschafts- und Ghettospuren mit Stumpf und Stiel auszurotten, müsse die Aufgabe aller charaktervoll gesinnten Juden sein. An der Erreichung dieses Endzieles mitzuarbeiten, sei auch die Aufgabe des Central-Vereins. Die Zuhörer folgten den Ausführungen des Redners mit regem Interesse und dankten ihm wiederholt durch lebhaften Beifall. — Die im vergangenen Frühjahr in F r e i b u r $ i.Br. begründete Ortsgruppe des Central-Vereins hielt am 8. Dezember ihre erste Generalversammlung ab, die sich eines regen Besuches auch seitens der Damen erfreute. Den einleitenden Vortrag hielt Herr Raöbinatsverweser Or. Straßburger über „Mendelssohn und seine Zeit." Die Ausführungen, die Wesen und Wirken des berühmten Mannes in helles Licht setzten und manche Gelegenheit boten, auf die Bestrebungen und Ziele des Central- Vereins hinzudeuten, fanden lebhaften Beifall bei den Erschienenen. Alsdann berichtete der Vorsitzende, Herr Hauptlehrer Heidingsfeld, über die Tätigkeit der Ortsgruppe im abgelausenen Jahre. Bei ihrer Begründung hatte der Verein in Freiburg nur 14 Mitglieder neben 22, die der Bereinigung badischer Israeliten angehörten. Nach der Verschmelzung dieser Korporationen und Begründung der Ortsgruppe Freiburg hat sich die Zahl in den wenigen Monaten auf rund 125 gesteigert, ein erfreulicher Beweis dafür, daß bei reger Aufklärungsarbeit Erfolge nicht ausbleiben. Auch am Versammlungsabend selbst meldeten sich wieder neue Mitglieder an, so daß wir die Zahl 200 bald zu erreichen hoffen dürfen.