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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 44

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
44 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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44 Im deutschen Reich. diesen Portrag schloß sich eine anregende Diskussion, an der sich die Herren SaniLätsrat Dir. Leib holz, Prediger Dr. Bleichrode und Syndikus Rechtsanwalt Dr. Ludwig Holländer beteiligten. Auch diese Versammlung hat dem Central-Verein wiederum eine Anzahl neuer Mitglieder zugeführt. — K a rn m e r k n e ch t s ch a f t und G h e t t o s p u r e n. Die Gruppe N., NO. des Cent r al - Bereins deutscher S tu ats ü ür g er jüdischen Glaubens . veranstaltete am 8. Dezember in den Sophien-Sülen eine Versammlung, die außerordentlich zahlreich besucht war. Nach einigen begrüßenden Worten des Leiters der Ortsgruppe, des Herrn Rabb. Dr. Wohlberg, >gedachte zunächst der Vorsitzende des Centval-Vereins, Herr Justizrat Dr. Horwitz, mit warmempfundenen Worten des schmerzlichen Verlustes, den der Central-Verein und mit ihm das gesamte deutsche Judentum durch das Hinscheiden des Dozenten Dr. H i r s ch Hildes h einte r zu beklagen hat. Alsdann hielt der Syndikus des Vereins, Herr Rechtsanwalt Dr. Ludwig H o l l ä n d e r einen Vortrag über „ Kammerknecht s chaft u n d Ghetto spuren 0 Allzuhäufig begegne man noch bei Juden Anschauungen, die ihre Vorfahren unter dem Druck der Kammerknechtschaft und des Ghettos sich ungeeignet hatten. Diese Spuren finden sich auch, schriftstellerisch verwertet, in dem jüngst erschienenen 'Buche „Die Juden in Deutschland. Von einem jüdischen Deutschen." Die darin enthaltenen vielen falschen Grundanschauungen beleuchtete der Redner mit Schärfe; er bekämpfte besonders die Behauptung, daß man nicht zu gleicher Zeit ein guter Deutscher und ein guter Jude sein könne. Wenn ein Gegensatz zwischen Judentum und Deutschtum in denn Buche konstruiert werde, so sei dabei der antisemitischen Sophistik ein Argument entnommen, das selbst 'von den wissenschaftlichen Vertretern dieser Partei niemals ernst aufgefaßt wurde. Zu unrecht werde in dem Buche den Juden auch ihr Erwerbssinn vorgeworfen; ein gesunder Erwerbssinn sei notwendig, denn die Volkswirtschaft lehre, daß die Befriedigung der Bedürfnisse das Fundament eines jeden wirtschaftlichen Handelns sei. Der Verfasser habe nicht gewagt, zu behaupten, daß der Erwerbstrieb sich bei den Juden besonders auf Grund unlauterer Manipulationen geltend mache. Der Erwerbstrieb als solcher

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