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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 43

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
43 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Vereinsuachrichten. 43 Aerzte im deutschen Heere. Hier könne von Minderwertigkeit nicht gesprochen werden. Hier über habe der Antisemitismus etwas anderes erfunden. Die „Schlesische Morgen- Zeitung" beschuldigte die jüdischen Aerzte der Durchstechereien. Es sind seinerzeit umfangreiche Ermittelungen veranstaltet worden, und dabei hat sich ergeben, daß auch nicht ein einziger jüdischer Arzt an diesen Ungehörigkeiten beteiligt war. Aber die antisemitische Presse war nicht so anständig, das zu berichtigen. Im deutsch-französischen Kriege sind 139 jüdische Sanitätsoffiziere mit dem Eisernen Kreuz bedacht worden. — An der sich anschließenden Debatte nahmen u. a. die Herren Professor Wohlauer, Geheimer Justizrat Feige und Justizrat Ollendors teil; alle sprachen im Sinne der Referenten. Mcht nur ein Christ könne ein guter Soldat sein; alle Staatsbürger seien von Vaterlandsliebe beseelt. Es sei aber, wie Herr Professor Wohlauer bemerkte, für jemanden, der vom Staat gehegt und gepflegt werde, viel leichter, ein guter Patriot zu sein, als für den, der sich gedrückt fühlt. Die jüdischen Mitbürger sollten sich enger zusammenschließen und politisch betätigen. Einstimmig wurde folgender Beschluß gefaßt: „Seit länger als einem Viertel-Jahrhundert ist in Preußen nicht ein einziger Soldat jüdischen Glaubens zum Offizier befördert worden, während wiederholt christliche Söhne jüdischer Eltern zu Offizieren befördert wurden. Der grundsätzliche Ausschluß der Juden stellt eine beleidigende Zurücksetzung einer ganzen Volksklasse dar; er verstößt gegen Verfassung und Reichsgesetz, und er berechtigt zur Erhebung des Vorwurfes gegen die berufenen Faktoren, daß sie gegen gesetz- und rechtswidrige Zustände fachwidrigen Gleichmut bewahren. Die heutige Versammlung fordert die verantwortlichen und maßgebenden Stellen auf, diesem gesetz- und verfassungswidrigen Zustande ein Ende zu machen." — Am 26. Nov. hat in den Rirdorfer Bürgersälen eine von unserer Ortsgruppe 3., 30. und R i x d o r f veranstaltete, von Herrn Rechtsanwalt I a b k o w s k i vorzüglich geleitete Versammlung stattgefundeu, in der das Vorstandsmitglied, Herr Sanitätsrat 0r. Ignatz Sternberg, einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. An

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