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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 20

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
Date
1911-01-01
Page
20 (sequence 6)
Language
German
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20 Im deutschen Reich. hinwegzudeutelnden Hauptstadt des Reichs und der deutschen Arbeit, zählt der Verband kaum mehr Angehörige als in den sächsischen Großstädten Leipzig, Dresden, Chemnitz und Plauen. Ob da nicht wieder die Vermutung gerechtfertigt erscheint, daß er, der in den Kleinstädten und Dörfern dominiert, in denen intellektuell wesentlich bescheidenere Anforderungen an den Menschen gestellt werden, als in dem heißen Atem Berlins, sich mit Mitgliedern begnügen muß, die gegen sich selbst am anspruchlosesten sind und deren Leistung sich in dem mäßigsten Umfang bewegt? Das würde auch mit den schon beobachteten Gehaltsverhältnissen vortrefflich zusammenp affen. So würde an den Stätten der schärferen Arbeit, die auch eine höhere Intensität und Anspannung der geistigen Kräfte gebieten, der jüdische Handlungsgehilfe den Platz einnehmen dürfen, ohne den Wettbewerb der Deutsch-nationalen befürchten zu müssen. Ihre Vorliebe für das Dorf wird ihnen gewiß niemand beeinträchtigen wollen! Wohl aber muß gefordert werden, daß sie sich nicht eine Disziplinierung der Reichshauptstadt und der hier im Schweiße ihres Angesichts schaffenden Männer zum Ziel setzen. Im antisemitischen Lexikon würde ein solches Gebaren bei anderen als Anmaßung angesprochen werden. Im Grunde kommt alles darauf an, aus welchen Verhältnissen .der junge Mann stammt, der die Probleme des kaufmännischen Berufs lösen will oder als ihr Objekt erscheint. Da zeigt sich, daß nur etwa 10 °/o der deutschnationalen Handlungsgehilfen, die au der statistischen Erhebung sich beteiligt haben, Söhne selbständiger Kausleute sind, hingegen 30<>/o Söhne von Handwerksmeistern und gar die Hälfte Abkömmlinge von Beamten, Arbeitern, Handwerksgesellen und ähnlichen Angestellten. Es fehlt also an dem kaufmännischen Milieu, in dem man ausgewachsen sein muß, um mit 20 oder 25 Fahren handelsgewerbliche Verhältnisse beurteilen und insbesondere die Nationalökonomie des Hande.sstaudes fördern zu können. Ob es nicht doch angemessener wäre, über solche Dinge Körperschaften reden zu lassen, in denen auch jüdische Kausleute, junge und alte, Sitz und Stimme haben, weil ihre Herkunft und ihre Erfahrung sie eher zu sachverständigen Beobachtungen und Bekundungen befähigt? Wenn den Juden

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