Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 19 (sequence 5)
- Language
- German
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Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik. 19 nicht selten die eigene, geringfügige Leistungsfähigkeit schuld daran ist, daß sie schlechter gestellt sind als andere, vielleicht sogar — horribile dictu — jüdische Handlungsgehilfen, daß deren Befehdung also zwecklos ist, so lange auf deren Seite die höhere Fähigkeit und bessere Geschäftseignung steht. Für den Volkswirt ergibt sich aus der Gehaltsstatistik nur, daß die so schlecht entlohnten Verbandsangehörigen auf einer s ehr niedrigen Arb eits stufe stehen und damit auch unter den bescheidensten wirtschaftlichen Bedingungen leben müssen, was ihnen wieder eine untergeordnete soziale Stellung zuweist. Gewiß ein betrübender Umstand. Immerhin wäre wohl, solange sich die jungen Herren nicht heraufgearbeitet haben, etwas größere Bescheidenheit bei ihrer Bekämpfung des Unternehmertums am Platze. Es wirkt überhaupt verblüffend, daß sie den Mut haben, der Gesetzgebung auf manchem wirtschaftlichen und sozialen Gebiet die Wege weifen zu wollen. Denn in den Großstädten, auf deren Geschäfte sie es besonders abgesehen haben, fehlt ihnen, wie die Statistik über die lokale Verteilung der Mitglieder ergibt, doch wohl der rechte Einblick in Wesen und Bedürfnisse der kaufmännischen Betriebe. Von Ländern und Provinzen sind die „Deutsch-nationalen" bezeichnenderweise in dem Vom Antisemitismus verseuchten Königreich Sachsen am stärksten verbreitet, und hier wiederum sind es nicht weniger als 257 Dörfer, Flecken und Z w e r g st ä d t e mit weniger als 5000 Einwohnern, sowie 103 Städte mit einer Einwohnerzahl von 5—20 000, in denen }idj bie)e Herren niedergelassen haben. Dazu kommt, daß sie in auffällig hohem Verhältnis in Kleinbetrieben tätig sind. Im ganzen Deutschen Reich finden sich gar annähernd 2000 Ortschaften von weniger als 5000 Einwohnern als Wohnorte der Verbandsmitglieder. Von der Anziehungskraft der Großstadt, deren kaufmännische und industrielle Großbetriebe Riesenheere von Handlungsgehilfen beanspruchen, die aber auch den Blick sich weiten lassen, den Geist anspornen, das Verständnis für Weltwirtschaft wecken und die Sinne für jeden Pulsschlag der Arbeit, für jedes Bedürfnis der Nation lebendig erhalten — davon ist bei der Mitgliedschaft des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes wenig zu spüren. In Berlin, der nun einmal nicht