Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 18 (sequence 4)
- Language
- German
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18 Im deutschen Reich. gehörige dieses Verbandes anzustellen, schon weil sich gar zu viele von ihnen als Spione erwiesen haben und zumal gegenüber jüdischen Chefs als Denunzianten aufgetreten sind, um ihnen wegen irgendwelcher vermeintlichen oder vielleicht auch — was überall Vorkommen kann — tatsächlicher Versehen in der Ausführung von Bestimmungen der Gewerbeordnung einen Strick zu drehen. Gerade an Stellen, die erhöhte Verantwortung und reges Geschäftsinteresse, sowie treue Anhänglichkeit an das Unternehmen erfordern, werden Mitglieder eines Verbandes, der grundsätzlich einen Gegensatz nnb eine Feindseligkeit gegen die Prinzipalschaft hervorkehrt, dabei den Geschäftsbetrieb, in dem seine Angehörigen Wicken sollen, als Gegenstand der Agitation behandelt, naturgemäß nach Kräften ausgeschaltet, und so bleiben denn den „Deutsch-nationalen" vorzugsweise die weniger begehrten Plätze. N a h e z u d i e H ü l s t e aller, an den angestellten Erhebungen beteiligten Mitglieder des Verbandes, nämlich 48,13o/0, befanden sich in den untersten Gehaltsklassen mit weniger als 600 bis 1500 M. I a h r es e i n k o m m e n. Dabei sind schon sämtliche Nebenbezüge, Gratifikationen, Provisionen, Geschenke und der Geldwert freier Wohnung und Beköstigung mit eingerechnet. Mehr als ein Viertel der Verbandsangehörigen verfügte über ein Gesamteinkommen bis höchstens 1200 M., und die Krankenversicherungsgrenze von 2000 M. umschließt bereits drei Viertel aller, von der Statistik erfaßten Verbandsmitglieder; nur 4,35o/0 dürfen auf ein Einkommen von mehr als 3060 M. verweisen. Bei solchen Gehaltsverhältnissen ist die Verbitterung der deutsch-nationalen Herren gegen andere Stünde und Berufe, sowie gegen die Ungehörigen einer Konfession, die nach einem leider erfundenen Märchen die der reichen Leute sein soll, nur zu erklärlich. Es ergibt sich daraus, daß ein erheblicher Teil der Verbandsmitglieder nicht sein Sattessen hat; denn hunderte, sogar verheirateter, in den zwanziger und dreißiger Jahren stehender Leute besaßen nur ein Gesamteinkommen von 900 bis 1200 M. Wer mit diesem Einkommen eine Familie ernähren soll, der mag gar leicht von Neid und Mißgunst gegen andere glücklichere Sterbliche erfüllt werden, und die natürliche Folge bildet Ungerechtigkeit, Haß und schließlich Hetze gegen die Mitmenschen. Wenn diese Herren aber in sich gehen, werden sie merken, daß