Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 17 (sequence 3)
- Language
- German
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Die antisemitischen Handlnngsgehilfen im Lichte der Statistik. 17 Ansprüche materieller und geistiger Natur und mit dem Anwachsen der Konkurrenz, muß sich die Zahl der „ewigen jungen Leute" vermehren; auch das Durchschnittsalter der Handlungsgehilfen erhöht sich daher. Nach der Statistik des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes standen aber nicht weniger als 5 7,33 o/o seiner Mitglieder — es sind immer diejenigen gemeint, die vermöge ihres höheren Verständnisses sich an der Beantwortung der Fragebogen ordnungsmäßig beteiligt haben — im Alter unter 25 Jahren, 20,340/0 sogar im Alter unter 20 Jahren! Nur 17,48o/o hatten die Dreißig erreicht oder überschritten. Die große Mehrheit also, die Hauptstütze der Berbandsleitung, besonders auch auf finanziellem Gebiet, setzt sich aus jungen Leuten Zusammen, die im Anfang der Zwanziger stehen, und gar 82,52o/0 hatten das Schwabenalter noch nicht erreicht! Mehr als Dreiviertel, nämlich 76,25v/o, waren noch nicht verheiratet, kannten also auch nicht die Pflichten und Sorgen des Familienvaters. Diese Ziffern, zumal die über die Jugendlichkeit dieser Handlungsgehilfen, lassen allerdings den Mangel an Reife erklärlich erscheinen, der in der ganzen Tendenz des Verbandes sich äußert. Ein, objektiv betrachtet, betrübendes Zeichen ist es auch, daß die Ledigenziffer innerhalb des Deutschnationalen Verbandes verhältnismäßig wesentlich höher ist, als nach dem Durchschnitt für die ganze Bevölkerung Deutschlands statthaft wäre. Ein seßhafter Stand, der mit ziemlich stabilen Beschäftigungsverhältnissen rechnen darf, sollte gerade über den nach der Reichsstatistik sich ergebenden Reichsdurchschnitt sich erheben. Um die soziale Stellung der Mitglieder des Verbandes muß es also übel bestellt sein. Vielleicht finden sie in den Verbandsveranstaltungen Ersatz für die Ehe; vom nationalen Standpunkt aus wäre das ebenfalls lebhaft zu bedauern. Auf Wohnungsoerhältnisse, auf Erziehung, Sitte und das Vergnügungsleben, wie auch auf die Ernährung der jungen Herren muß die Ehelosigkeit einen ungünstigen Einfluß ausüben. Die plausibelste Erklärung für das, allerdings einer Rassen-Agitation förderliche, Hagestolztum der überwiegenden Mehrzahl der „Deutsch-Nationalen" findet sich in der Geringfügigkeit ihres Einkommens. Eine immer steigende Zahl von Kaufleuten lehnt es grundsätzlich ab, An-