Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 16 (sequence 2)
- Language
- German
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16 Jrn deutschen Reich. getragen zu haben. Jüdischen jungen Leuten verweigert er die Aufnahme. Nichtsdestoweniger ertaubt er fi.ü, seine Organisation als eine Gesamtvertretung des deutschen Handlungsgehilfenstandes hinzustellen und im Namen der jungen Kaufleute Deutschlands bis an die Legislative heranzutreten, obwohl nicht nur andere lanfmänrcksche Fachoerbände die Wahrnehmung der Handlnngsgehilfeninteressen sich vielfach wesentlich anders vorftellen, sondern auch ganze große Gruppen junger Kaufleute auss entschiedenste gegen Form und Wesen des „deutsch-nationalen" Borgehens Einspruch erheben, weil sie hierin nur eine Störung des sozialen Friedens erblicken. Wenn dieser Verband trotzdem mit größter Prätension seine mehr als einseitigen, durch die annsemi.ische Note besonders gekennzeichneten Schritte forrsetzr, wenn er eine scharfe Agitation --- immer angeblich rnt 'Namen der deutschen Handlungsgehilfen — in den oerschiebensten Landesteilen 'entfaltet, so verlohnt es sich wohl der Mühe, nachzuprüfen, wer denn ei gen ri id) d i c Ä i t g l i e der d e s D e u t s ch - n a t i o n a! e rt >0 a i! b l ii ii g s g e Hilfe n - V e r b a n d e s sind, auf Grund welcher Fähigkeit und Leistung, welcher Bildung und Erfahrung sie zu behaupten wagen, daß sie einen ansehnlichen Stand, dem fast eine Million erwerbstätiger Männer und Frauen in Deutschland angehören, vertreten dürfen. Eine von der Leitung des Verbandes selbst verüffentckchte Stackstil, die bei der Neigung zur Schönfärberei eher günstigere als die tatsächlichen Verhältnisse vorspiegelt, bietet die Grundlage für ein Urteil über die soziale und kulturelle Bedeutung, über Alter und wirtschaftliche Stellung der Mitglieder des Verbandes, und zwar seiner intelligenteren! denn die weniger intelligenten haben sich, trotz aller eindringlichen Mahnung, nicht einmal an der Ausfüllung der Fragebogen beteiligt, oder sie in ganz unbrauchbarer, offenbar falscher Weise, behandelt. Zunächst das Alter. Man darf von Handlungsgehilfen billig nicht erwarten, daß sie in den besten Mannesjahren stehen. Ebensowenig wird sich aber ein Verein angestellter Kanslente nur aus Knaben oder Fünglingen zusammen setzen dürfen. Denn immer schwieriger nckrd es dem einzelnen, sich zur Selbständigkeit durchzuarbeiten. Kapitalassoziariou und Groß- Unternehmertum gewinnen von Fahr zu Fahr größeres Herrschgebiet im Aaufmannssiande. Mit der Steigerung der