Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die Rheinisch-Westfälische Woche
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 10 (sequence 4)
- Language
- German
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10 Im heutigen Reich. Kenntnis ibex Lokalen Verhältnisse auch die geeigneten Maßnahmen gegen >die gerügten Mißstände und Ausschließungen jüdischer Angestellter zu ergreifen imstande sind. Es zeigte sich, daß in dieser Hinsicht auch gerade in Rheinland und Westfalen vielfach Anlaß zu Beschwerden gegeben ist. Hervorgehoben muß werden, daß an allen Versammlungen sich die sehr rührigen Jugendvereine in hervorragendem Maße beteiligten, und daß sie insbesondere allen zur Diskussion gestellten Fragen praktischen Vorgehens lebhaftes Interesse und großes Verständnis entgegenbrachten. Man kann erwarten, daß für die von uns erstrebten Ziele die Mitwirkung gerade der in diesen Jugendvereinen organisierten begeisterungsfähigen und begeisterten Jugend von besonderem Werte sein wird. Die Versammlungen bedeuteten allenthalben in gleicher Weise einen hervorragend materiellen, wie auch einen bedeutendenideellen Erfolg. Der Verein gewann in der rheinischwestfälischen Woche einige hundert neue Mitglieder und viele, die bisher nur einen geringen Beitrag, insbesondere den bei den erheblichen Selbstkosten der Zeitschrift für die Vereinskasse kaum etwas übriglasfenden Mindestbeitrag zahlten, haben sich davon überzeugen lassen, daß es Pflicht eines jeden deutschen Juden ist, im Interesse der tatsächlichen Verwirklichung unserer Forderungen, der Erreichung völliger Gleichberechtigung und der Hebung der Selbsthaltung und Selbstwürde unter den deutschen Juden, auch finanziell durch Zeichnung höherer Beiträge die Leistungsfähigkeit des Vereins zu erhöhen. Insbesondere wurde , von den Vorsitzenden Abel und Or. Herzfeld fortgesetzt darauf hingewiesen, daß der Mindestbeitrag nur deshalb auf 2 Mark festgesetzt sei, um auch den ganz Unbemittelten den Beitritt zu ermöglichen, daß es dagegen Ehrenpflicht aller Begüterten sei, ihrem Vermögen entsprechend, auch höhere Summen zu zahlen. Dieser offene und wiederholte Appell an die „Selbsteinschätzungspflicht" der Mitglieder zeitigte denn auch den schönen Erfolg, daß fast alle in den Versammlungen Anwesenden ihren Beitrag nicht unwesentlich erhöhten. Den Glanzpunkt der Woche bildete aber ohne Zweifel die am Mittwoch, den 16. November im Sitzungssaale der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde veran-