Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Nochmals unsere akademische Jugend
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nochmals unsere akademische Jugend. alle diese Wesenszüge generell als den .paritätischen Verbindungen charakteristisch aufgesührt werden, und daß er nicht bloß diese Verbände trifft, sondern auch diejenigen, die ihnen angehören. Daß diesen dabei die oft vorhandene Neigung geschmälert wird, mit ihren Beleidigern für das so eigenartig von diesen vertretene Judentum zusammenzuarbeiten, ist gewiß bedauerlich, aber erklärlich. Will man daher ernstlich darangehen, die reiche Kraft, die noch für jüdische Bestrebungen aus den Kreisen dieser Verbände zu gewinnen ist, fruchtbar zu machen, so muß man sich in erster Linie eines maßvolleren Urteils befleißigen und bei ihren Mitgliedern nicht den Verdacht e"weclen, als sähe man in ihnen Personen, denen gegenüber mit Ruchicht auf ihre Zugehörigkeit zu anderen als rein jüdischen Verbänden zunächst ein gewisses Mißtrauen am Platze ist. Und wenn man, wie das Herr Or. Goldmann tut, und wie das konsequent auch nur ein Zionist ablehnen kann, die grundsätzliche Berechtigung paritätischer Verbindungen einräumt, so fehlt es um so mehr an einem Recht, in Bausch und Bogen absprechend über sie zu urteilen. Wenn die christlichen Studenten in ihrer großen Mehrheit heute von wahrer Parität nichts wissen wollen, so ist das ein trauriges Zeichen der Zeit. Deshalb sollte man aber die jüdischen Studenten nicht tadeln, die — und darin befinden sie sich in Uebereinstimmuug mit dem Central- Verein, der ja nicht nur die politische Gleichberechtigung der deutschen Juden erkämpfen will — mit der Möglichkeit einer Veränderung dieser Zeitströmung rechnen und deshalb Verbindungen beitreteu, die wenigstens grundsätzlich ein Zusammenarbeiten mit vorurteilsfreien christlichen Studenten ermöglichen. Daß es in diesen Verbänden manchmal zu einem Suchen nach christlichen Mitgliedern und infolgedessen zu mancher beklagenswerten Erscheinung kommt, braucht dabei gar nicht verschwiegen zu werden. Deshalb aber sollte man gerade solchen Personen, denen ihr Judentum ans Herz gewachsen ist und die sich von einer Betätigung tu diesen paritätischen Verbänden das Beste versprechen, nicht zum Austritt, sondern zum Aufgebot ihres ganzen Einflusses raten, um diese Erscheinungen schwinden zu machen, die auch heute keineswegs bei allen paritätischen Verbindungen zu beobachten sind. Dann bilden aber diese Verbände durchaus notwendige