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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 2

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Nochmals unsere akademische Jugend
Date
1911-01-01
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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Iw deutschen Reich. 2 künftigen berufenen Vorkämpfer der Betätigung für die jüdische Sache anzusehen. Man konnte es verfolgen, wie nicht nur in der Zeitschrift des Eentral-Bereins, sondert! auch in der fonftigen jüdischen Presse systematisch Aufsätze verüfsentlicht irurden, die alles Licht auf diese Verbände, allen Schatten auf die Außenstehenden warfen. Und auch der Aufsatz des Herrn Dr. Goldmann gehört, trotz mancher darin gemachten Einschränkung, die das Suchen des Verfassers nach Objektivität zeigt, zu den Veröffentlichungen, die ich dabei im Auge habe. Da ist es wirklich an der Zeit, daß einmal eine Warnung gegenüber der Einseitigkeit eines solchen Standpunktes gehört werde. Denn dieser Standpunkt bringt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Judentum mit sich. Die Notwendigkeit jüdischer Verbindungen unter den heutigen Verhältnissen zu verteidigen, hieße Binsenwahrheiten aussprechen: darüber ist kein Wort zu verlieren. Die Wertschätzung dieser Verbindungen, die ich durchaus teile, darf indes nicht zu einer Verkennung und Geringschätzung der dem Judentum durchaus nicht verlorenen und wahrlich gar nicht unbedeutenden Gruppen jüdischer Studenten «führen, die außerhalb dieser Verbünde stehen. Die Erbitterung, die unter diesen über die schiefe und unbillige Beurteilung herrscht, die sie heute vielfach finden, ist weit größer, gls man gemeiniglich denkt. Und das Schlimme ist — diese Erbitterung ist nicht unbegründet. Welchen einer paritätischen Verbindung ungehörigen jüdischen Studenten oder alten Herren sollte es schließlich gleichgültig lassen, wenn man den paritätischen Verbindungen, die noch Juden aufnehmen, und die, wie jeder mit akademischen Verhältnissen Vertraute allerdings weiß, größtenteils aus Juden bestehen, in aller Allgemeinheit nachsagt, daß in ihnen „die Erziehung der Mitglieder zu tüchtigen Menschen" aufs höchste gefährdet sei, daß es in ihnen als „zeitraubend und überflüssig" gelte, „vom Judentum sich Kenntnisse zu verschaffen", daß sie „auch solche Christen heranziehen, mit denen man unter normalen Verhältnissen nicht verkehren würde, die aus Korps, Burschenschaften und sonstigen antisemitischen Verbänden — zuweilen sogar aus ehrenrührigen Gründen — hinaus geworfen worden sind"! Der Vorbehalt, daß damit nicht alle paritätischen Verbindungen gemeint feien, beseitigt nicht die Tatsache, daß

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