Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Nochmals unsere akademische Jugend
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Im deutschen Reich. Crgaiitjattoucit, an bie sich uichtjüdische Stitbenteu ausch ließen föimen, rvenn einmal die Vorurteile mehr schwin^e^^. Sie sind neben den. rein jüdischen Verbanden ebenso berechtigt, wie der Verein zur Abwehr des Antisemitismus neben dem Eenrral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Es ist daher ein Unding, wenn man im Organ des Central- Vereins derart schweres Geschütz gegen sie auffährt, wie das im Aufsatz des Herrn Dr. Goldmann geschieht, und dadurch ihre Bestrebungen schädigt. Das besorgen die Antisemiten auch ohne Unterstützung von jüdischer Seite schon in völlig ausreichender Keife. Man sollte den christlichen Studenten, die den starken Idealismus besitzen, trotz der Anfeindungen, denen sie leider heute deshalb ausgesetzt sind, einer paritätischen Verbindung beizutreten, und die durch diesen Schritt allein häufig einen Mut bekunden, der aller Ehre inert ist, nicht auch noch von jüdischer Seite diesen Schriir durch Angriffe verleiden, die in solcher Allgemeinheit glücklicherweise nicht begründet sind. Mögen die jüdisd)cn Srudeutenverbindungen in i h r e n Verba u bsblättern ihren Standpunkt so scharf wahren rvie sie nwlleu: Blätter, die allgemeine jüdische Interessen vertreten, sind nicht dazu da, für ihre Sonderinteressen Stimmung zu machen, u n d .- das ist das Entscheidende — zu diesem Zwecke diejenigen zu bekämpfen, die sich von anderen Kegen als den ihrigen mehr Erfolg versprechen. Es ist zudem unrichtig, daß in paritätischen Verdinduugen die Beschäftigung mit dem Judentum gewisserinaßen verpönt sei. Die paritätische Verbindung wird heute derart von antisemitischer Seite bekämpft, daß sie geradezu gezwungen ist, sich mit der „.Judenfrage" zu beschäftigen und entsprechend ihrer Tendenz die Gleichberechtigung, insbesondere auch die gesellschaftliche Gleichberechtigung, der Juden nachdrücklich zu verlangen. Es soll bei dieser Gelegenheit betont werden,, daß mich keineswegs die Zugehörigkeit zu einer paritätischen Verbindung oder auch nur eine besondere Vorliebe für diese Verbindungen bestimmt, derart Stellung 51t nehmen. Ich bin nie Mitglied einer Verbindung gewesen, würde heute vielleicht auch manchem Bekannten den Beitritt in eine rein jüdische Verbindung anraten. Das hindert aber nicht, den Uebertreibuugen