Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 822 (sequence 9)
- Language
- German
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822 Im deutschen Reich. I)r. Brodnitz aus Berlin als Redner erschienen waren, nahm den erfreulichsten Verlaus. Der große Saal war bis in bcu äußersten Winkel von 600—700 Personen, Tarnen und Herren, gefüllt. Nach markigen und eindrucksvollen Erössnungsworten des Versammlungsleiters, des Herrn Handelsrichters Bankier H e r m a n n P h. Wolfe s, richtete Herr Justizrat I)r. H o r - Witz in einer kraftvollen Ansprache die. eindringlichste Mahnung an die Versammlung, sich dem Central-Verein anzm schließen. Sodann sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Brod n i tz über „Die Pflicht der deutschen Juden". Er setzte die Ziele und Bestrebungen des Central-Vereins auseinander ruid gab einen knapp umrissenen Ueberblick über das Werden und Wachsen des Central-Vereins sowie über sein segensreiches Wirken auf den verschiedensten Gebieten. Er erklärte es für die Pflicht eines jeden deutschen Inden, der auf seine Ehre und die Ehre seines Glaubens etwas halte, in offener mannhafter Selbstwehr im Central-Verein für das Judentum mitzuarbeiten. Bor allem richtete Redner auch einen ungemein warmherzigen und wirkungsvollen Appell an die Frauen und die Jugend. Beide Redner ernteten für ihre vortrefflichen und von hoher Begeisterung getragenen Ausführungen reichen Beifall. In der Diskussion richtete Herr Dr. mecl. S. H i r s ch , Mitglied des Vorstandes der Ortsgruppe, warme Worte an bie Versammelten, durch die er sie zum Beitritt zu denn Verein aufforderte. Herr Rechtsanwalt Lichtenberg, der verdienstvolle Vorsitzende des Jüdischen Jugendvereins Hannover, der schon vor der formellen Konstituierung die Geschäfte der Ortsgruppe geführt hatte, und dessen unermüdlicher Arbeit in erster Linie das Zustandekommen der Versammlung zu verdanken ist, richtete einen warmen Appell an die jüdische Jugend, auch ihrerseits die Ziele des Central-Vereins durch Erwerb der Mitgliedschaft und tatkräftige Mitarbeit zu/fördern. Der erste Vorsteher der Synagogengemeinde Hannover, Herr Senator Fischer, der bisher der S e l bst Wehrsache des Centralvereins nicht ohne Bedenken gegenüber gestanden hatte, erklärte, daß er jetzt einsehe, daß entgegen seiner Ansicht, die A b w e h r tätigkeit nicht ausreiche, vielmehr auch die Selbstwehr, und diese fast noch mehr, notwendig sei. — Nach einem kurzen Schlußwort des Herrn Justizrat Dr. H o r io i tz schloß der Vorsitzende die Versammlung. Die Wirkung der An-