Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 821 (sequence 8)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 821 sowie meine persönlichen Beziehungen zu Herren Ihres Glaubens dafür bürgen, -daß ich mit Unrecht in Ihrer Liste geführt werde. Ich bitte darum, wenn Sie wieder eine derartige Liste aufstellen, meinen Namen nicht mit aufzuführen. In den Annoncen habe ich schon lange den Zusatz weggelassen." Selbstverständlich ist infolge dieser Erklärung die Engelapotheke in Halle in der Liste der Apothekenbesitzer, die keine Juden anstellen, gestrichen worden. — Die Likörfabrik von Earl M a m p e in Berlin, Hallesche Str. 17, hat vor einiger Zeit nachstehendes Inserat veröffentlicht: Lehrling, Christ, mit Einjähr.-Zeugnis, gegen Vergütung gesucht. — Den jüdischen Kunden des Hoflieferanten C. W. Borchert, Berlin, Friedrichstr. 157, dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, daß sie nicht zu befürchten brauchen, dort etwa bei ihren Huteinkäufen von einem Glaubensgenossen bedient zu werden, da Herr Borchert in der Nr. 46 der „Deutschen Hutmacher-Zeitung" vom 12. November einen sprachkundigen Verkäufer (Christ) sucht. — Den jüdischen Damen in Stettin, die bisher dort bei Herrn Paul Letsch Möbelstoffe und Gardinen gekauft haben, dürfte es nicht gleichgültig sein, daß dieser Herr, der einen „tüchtigen Verkäufer" durch ein Inserat sucht, dabei noch ausdrücklich bemerkt „Christ", also jeden unserer Glaubensgenossen, wenn er auch noch so tüchtig ist, von der Bewerbung ausschließt. — Endlich ist auch in H a n nove r eine kraftvolle, vielversprechende Aktion für den Central-Verein ins Leben getreten. Aus Gründen lokaler Natur war es bislang versäumt worden, nach der vor einigen Jahren hier stattgehabten Versammlung zur Gründung einer Ortsgruppe, das Werk eifrig weiter zu fördern. Jetzt hat nach Konstituierung des' Vorstandes (vergl. den Bericht im Novemberheft S. 753) unsere Ortsgruppe am Mittwoch, den 16. November, in einer Versammlung im großen Börsensaale, zu der alle jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen Hannovers eingeladen waren, glänzenden Aufschwung genommen. Die Versammlung, zu welcher die Herren Justizrat Dr. H o r w itz und Rechtsanwalt