Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 823 (sequence 10)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. $23 sprachen auf die Erschienenen war ersichtlich eine mächtige. Etwa 150 neue Mitglieder, darunter viele Damen, traten in der Versammlung dem Central-Verein bei, und mit Sicherheit ist nach dem großen Erfolge des Abends eine gedeihliche Entwicklung und ersprießliche Wirksamkeit der Ortsgruppe Hannover zu erwarten. Da infolge der am Nachmittage desselben Tages stattgehabten Versammlung der jüdischen Lehrer der Provinz Hannover zahlreiche Lehrer der Provinz der Central-Vereins-Versammlung beiwohnten, auch sonst aus der weiteren Umgebung viele Glaubensgenossen herbeigekommen waren, ist zu hoffen, daß die Förderung unserer Bestrebungen auch in den kleineren Gemeinden unserer Provinz einer erfreulichen Zukunft entgegengeht. — Am 2. November hat in Cassel die Generalversammlung unserer dortigen Ortsgruppe in dem großen Saale des Central-Hotels stattgefunden. Der Vorsitzende, Herr Bankier Blumenthal, begrüßte die zahlreichen Anwesenden, wies in besonders packender Weise auf die hohen Ziele desCentral- Vereins hin und richtete die Bitte an alle diejenigen, die dem Verein noch nicht angehören, demselben beizutreten. Ferner gab er einen kurzen Rückblick über die Tätigkeit des Ortsvorstandes, erwähnte die von Cassel aus herbeigeführte Gründung von Ortsgruppen in Eschwege, Melsungen, Rotenburg und Wolfhagen und erteilte dann dem von Berlin erschienenen Syndikus des Central - Vereins, Herrn Rechtsanwalt Dr. L u d - wig Holländer das Wort. Dieser hatte als Thema seines Vortrages „Die heutige politische Lage und die praktischen Erfahrungen im Kampfe gegen unsere Gegner" gewählt. In seinem etwa einstündigen, fesselnden Vortrage entrollte er ein Bild von der Lage unserer Glaubensgenossen in unserem Vaterlande, wobei er besonders hervorhob, daß wenn der Radau-Antisemitismus auch abgewirtschaftet habe, der gesellschaftliche doch noch unvermindert vorhanden sei und sich besonders in der Schwierigkeit der Erlangung von Staatsstellen und bei dem vergeblichen Bemühen mancher besonders dazu qualifizierten Juden um den Rang eines Reserveoffiziers geltend mache. Seine Aufforderung, in unserem Verein daher mitzukämpfen für die vollständige staatsbürgerliche Gleichberechtigung unserer Glaubensgenossen, fiel auf einen fruchtbaren Boden, denn die Ortsgruppe Cassel