Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Eine Massenversammlung wider die "Judentaufen"
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 809 (sequence 6)
- Language
- German
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Massenverscnniutuiia wider die „Audentaufe^". 809 nicht ein Lager verlassen, das bedrängt wird, daß inan ein Lager nicht verläßt, wenn der Feind vor der Tür steht!" Der Redner ging sodann zur Frage der Kindertaufen über, die im wesentlichen jener Benedictus Levita (Rechtsanwalt Weißler in Halle) verschuldet habe, der in einem Artikelin den „Preußischen Jahrbüchern" für sich selbst die Taufe zwar ablehnte mit den Worten: „Das Wort erstürbe mir in der Kehle, wenn ich zum Taufaltar gehen sollte", der aber die Lösung der Judenfrage in dem einfachen Satze zusammenfaßte: „Ich bleibe Jude, und die Kinder werden Christen." Wenn auch die Eltern verpflichtet seien, den Kindern die Wege zu ebnen, so dürfe dies nimmermehr auf Kosten der sittlichen Persönlichkeit und des gegenseitigen Achtungsverhältnisses zwischen Eltern und Kindern geschehen. Wenn der Moment kommt, wo das getaufte Kind in der Schule oder sonstwo von der „Minderwertigkeit" der Juden hört, und es erschreckt zusammenfährt, daß seine Eltern auch Juden seien, dann öffnet sich mit Notwendigkeit der Spalt zwischen Eltern und Kindern, dessen Endergebnis dazu führt, daß die Kinder sich ihrer Eltern schämen müssen. „Die beste Stählung für ein Kind ist es, wenn man ihm die Ueberzeugung mitgibt, es stamme aus einer großen Vergangenheit; es soll wurzeln in dieser Vergangenheit und es soll hineinwachsen aus dieser Vergangenheit in eine große Zukunft! Auch das Judentum verleiht einen Adel, auf den wir wie andere Adlige stolz sein können und sollen; auch wir haben eine alte Geschichte wie die übrigen Adelsgeschlechter, und so muß es auch für unsere Jugend eine schöne und weihevolle Aufgabe sein, grüne Blätter an dem ewig lebensfrischen Baum des Judentums zu werden. Wenn wir uns alle diese Gesichtspunkte vor Klugen - halten, so ergibt sich unsere Stellungnahme zu den getauften Elementen von selbst. So wie man in vielen Kreisen Leinen Menschen hineinläßt, der in Kleidung oder in seinem äußerlichen Gebaren von den in diesem Kreis gestellten Anforderungen abweicht, so dürfen wir als ehrliche Juden auch keine Gemeinschaft haben mit denen, die uns in viel wichtigeren Dingen im Stich lassen. Wir müssen es den getauften Elementen zeigen, wie wir es mit der Taufe ge^ halten haben wollen, welches Urteil wir über die Konvertiten