Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Eine Massenversammlung wider die "Judentaufen"
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 808 (sequence 5)
- Language
- German
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808 Im deutschen Reich. seien, manches Gute gewirrt und mancher von dem Schritt, den er bereits vorhatte, zurückgehalten worden. Es sei auch nicht intolerant, gegen die Judentausen und die Renegaten vorzugehen. In wesentlichen Grundfragen der menschlichen Sittlichkeit Konzessionen zu machen, einem Lügner und einem Treulosen gegenüber Toleranz zu üben, sei nicht der wahre, sondern ein perverser Toleranzbegrifs. Alle von den Täuflingen angeführten Argumente seien nicht stichhaltig. Diejenigen, die nur im Interesse des sozialen Friedens den Schritt tun, um auszugehen in der Gesamtheit, gute Staatsbürger zu sein und ihren Kindern den Vorwurf der Minderwertigkeit zu ersparen, versündigen sich in erster Linie gegen das Gebot der Treue. „Die Treue, die geschichtliche Kontinuität, verlangt, daß ich kein anderes Bekenntnis ablege, als das mir angeboren ist, es sei denn, daß ich von der Wahrheit des anderen Bekenntnisses vollständig überzeugt bin." Wer andererseits das Judentum verläßt und Christ wird, ohne an die Wahrheiten des Christentums zu glauben, nur weil dieser Schritt ihm finanzielle, persönliche und soziale Vorteile gewährt, handelt wie ein Wucherer, der unverhältnismäßiger Vorteile wegen ein Geschäft vornimmt, und dies noch dazu bei einem Akte, der den ganzen Menschen, die ganze Persönlichkeit ersaßt. Daraus muß man ganz besonders die Leute aufmerksam machen, die sonst im Leben so feinfühlend sind, aber in dieser prinzipiellen Frage vom Standpunkte der Wahrheit, Treue und Zuverlässigkeit ohne sittliche Bedenken abweichen. Diejenigen ferner, welchen angeblich das Judentum nichts zu bieten imstande ist, mögen sich zunächst einmal die Mühe geben, das Judentum kennen zu lernen. Und wenn ihnen wirklich die Religion des Judentums als solche nichts bietet, so sollen sie hingehen und die Geschichte des Judentums prüfen, ob die ihnen nicht einen gewissen Stolz einflößen wird. Und wenn ihnen diese nichts bietet, sollen sie einmal die großartigen Literaturerzeugnisse des Judentums prüfen, sollen sie die Innigkeit des jüdischen Familienlebens kennen lernen. Und wenn ihnen das jüdische Familienleben nichts bietet, dann sollen sie die mächtige Dulderenergie des Judentums bewundern lernen, und wenn ihnen die Dnlderenergie des Judentums nichts bietet, dann endlich sollen sie lernen, daß alle ehrenhaften Menschen in der Wett